Der 1. Mai versprach, ein schöner Tag zu werden. Das Tief zog schmollend ab. Es nahm den Wind als Begleiter mit. Um 11:00 Uhr versammelten sich 20 Personen vor dem SCR-Fahnenmast. Sie alle waren mit Freude beim Hissen der Clubfahne dabei. Mit dieser Zeremonie eröffneten wir offiziell die Segelsaison. |
![]() |
Nach einem Zwischentreff vor dem goldenen Tor setzten wir direkten Kurs Yachtclub Illmitz. Der NW-Blasius wollte nicht so schnell mit dem Tief abziehen. Er begleitete uns ein kurzes Stück, erlitt aber dann das traurige Schicksal vieler Winde - ihm ging der Treibstoff aus. Wir Segler setzten den Schmetterling bis vor die Einfahrt des YCI. Bilderbuchartiges Anlegen auf dem Gästesteg. |
![]() |
Beim Clubhaus erwarteten uns schon liebgewonnene Freunde. Noch ein Schnapserl zur Begrüßung, dann gingen wir das kurze Stück zum Restaurant Lang. Geschmeckt hat es, und eine Hetz war's. |
![]() |
![]() |
Ade Freunde vom YCI, es war wie immer schön bei euch. Die Fahrt retour endete für einige von uns in einem windigen Fiasko. Wie Öl präsentierte sich die Wasseroberfläche. Das Westufer grinste aus der Ferne entgegen. Es schien uns zuzurufen: "Kommt, Freunde kommt. Segler, eure Sprudler!". Unsere Seglerseele bäumte sich auf. Nichts half. Wir mußten durch, früher oder später mit Motor. |
![]() |
Beim Peter Maschitz ließen wir den Tag ausklingen. |
![]() |
Der Bürgermeister der Freistadt Rust, Harald Weiss, lud die Mitglieder des Segelclubs Rust am 3. Mai zu einem Empfang in die Barockräume des Seehofes Rust ein. |
![]() |
Am 24. Mai trafen sich die Fahrtensegler des Neusiedler Sees im Seebad Breitenbrunn im Rahmen der Wassersporttage 2003. Der Landessegelverband Burgenland, mit Unterstützung seiner Mitgliedsvereine organisierte dieses Treffen. Die Veranstaltung war gut besucht, trotz traumhaft schönem Wetter mit geradezu paradehaften und idealen Windverhältnissen. Selbstverständlich setzten über 25 "Gelbkragenschiffer" vom Segelclub Rust spät vormittags mit 13 Booten Kurs auf Breitenbrunn. Sie genossen kurz die Gastfreundlichkeit des Präsidenten, Kurt Wimmer, im YCBb und wanderten dann das kurze Stück zur Wiese. |
![]() |
Die Musikkapelle Breitenbrunn bereitete den musikalischen Empfang. Der Präsident des Landessegelverbandes Burgenland, Edi Geritzer, begrüßte die Gäste. Er wies auch auf die Aktion "sail4mails" hin, die hauptsächlich auf die Fahrtensegler abgestimmt ist. Kurt Wimmer wünschte viel Spaß und gute Unterhaltung beim Fest. Unsere Gelbkragenschiffer zeigten mit ihrer Anwesenheit und einheitlich gekleidet in den Clubleibchen mit dem gelben Kragen, daß sie der Einladung zum Frühlingstreffen und zum Wassersportfest des LSV Burgenland freudig gefolgt sind. Aber auch Gäste anderer Clubs, wie UYCNs, Byc, ÖHYC, SBb, SVP, YCOg und OePV gingen im Laufe des Nachmittages nach einem kurzen Aufenthalt im Clubhaus des YCBb zur Festwiese. |
![]() |
Kleine Schmankerl, zubereitet und serviert von den Breitenbrunner Wirten, trugen dazu bei, die Stimmung zu heben. Nur die Disco-Bühne war oft zu laut. Die Tanzfläche war leer. Warum? Ganz einfach, unsere Generation wollte die alten Hadern hören, und nicht Rap oder HipHop. Und wir wollen uns unterhalten und nicht anbrüllen. Unter anderem fand sich eine fröhliche Tischrunde mit dem Yachtclub Oggau, und der Segelclub Neusiedl West stellte auch eine größere Truppe. Die Musik spielte (auch heißen Rock'n Roll), man schwang das Tanzbein, und trank, weil's war ja heiß. Unser Mitglied, Helmut Pritz, überall auf der Welt und insbesondere am Neusiedler See als Camillo bekannt, gewann einen der Hauptpreise, ein Dinner für 5 Personen im Breitenbrunner Turmhof. Den zweiten Hauptpreis, ein Festessen im Seerestaurant Breitenbrunn, gewann Lydia Frank vom SVP. |
![]() |
Für die Segler war das Fest ein schöner Event. Einige von uns übernachteten auf ihren Booten, den Rest zog es ab 18:00 Uhr zurück nach Rust. |
![]() |
Der Segelclub Rust ist zehn Jahre alt. Wir freuen uns riesig. Das muß mit einem Fest gefeiert werden, mit einem Fest, bei dem wir in die seglerische Welt rufen "Seht her, wir sind da, seit 10 Jahren gibt es uns, und viele viele Jahre wollen wir ein fröhlicher und freundlicher Club sein." Im Jahre 1993 wurde unser Club gegründet. Ab dann durften wir. Nun, die Jahre verliefen mit Hochs und Tiefs, wobei die Hochs überwiegten. Heute, am 21. Juni 2003, soll dieses Sommernachtsfest Ausdruck von Freude, Erleichterung und Zufriedenheit sein. Die Vorarbeiten zum Fest waren gewaltig. Schon im März beschäftigten wir uns mit organisatorischen Vorfragen, einige "Details" wurden bereits im Vorjahr erörtert. |
Nachdem mit dem Seebad Rust und mit dem Seerestaurant Rust das Prozedere besprochen sowie die erforderlichen Anmeldungen und Genehmigungen (zB. für das Aufstellen der Werbetafeln) erledigt waren, konnten wir mit dem Beschaffen beginnen. |
Für die Getränke an der Bar wurde eingekauft, Obst geschnitten, Tombolatreffer markiert. Flinke Frauenfinger erledigten dies mit enormer Ausdauer, und es war nicht sichtbar, weil es im Hintergrund geschah, sozusagen hinter der Bühne. Die Männer begannen das Inventar von der Halle zu holen, um es um die von Christian Hauptmann gebaute Bar sowie um das Podium von Api's Band unter fachmännischer Aufsicht zu einem eindrucksvollen bühnenähnlichen Aufbau zu formen. Das war harte Arbeit, leider ohne große Unterstützung von Mitgliedern des SCR. Franz Reithmayr, unser Veranstaltungsleiter, hatte viel zu tun. |
![]() |
![]() |
Eine halbe Stunde vor Beginn hatte Jedermann die Gelegenheit, sich bei einem angezapften Faß Bier über den Segelclub Rust zu informieren. Um 19:00 Uhr begann Api den Abend musikalisch einzuleiten. Er stellte die hübsche und sehr begabte Sängerin Karin aus Budapest vor, die mit ihrer prächtigen Stimme das Publikum entzückte. |
![]() |
Der Obmann, Gerhard Ettlinger, eröffnete nach einer kurzen Einleitung das Sommernachtsfest. |
![]() |
Um 21:30 Uhr wurde sozusagen als Überraschungseinlage der erste Zipfel des schleierhaften Orientzaubers tänzerisch gelüftet. Das was man allgemein als Bauchtanz bezeichnet, wurde hier grazil in der türkischen Variante dem Publikum auf einem Teppich dargeboten. |
![]() |
![]() |
Api schaffte locker den Übergang weg vom Orient wieder zum Fest. Der Obmann überreichte jedem Mitglied, das dem Club 10 Jahre die Treue gehalten hat, als Ehrengabe eine Flasche Wein, versehen mit einer Widmung auf einem persönlichen Etikett. Wir können mit Stolz feststellen, daß 20 aktive Mitglieder seit 1993 bei uns dabei sind, und wir möchten Ihnen an dieser Stelle nochmals herzlich danken. |
Um 23:00 Uhr hatten die orientalischen Sommernachtsengel ihren zweiten großartigen Auftritt und wurden erst nach Zugaben vom Publikum mit frenetischem Applaus verabschiedet. Um 23:30 Uhr erfolgte die Verlosung der Hauptpreise und anschließend die Ausgabe der Tombolapreise. Um 1:00 Uhr früh endete das Sommernachtsfest. Es war schön und gelungen. Wir danken den Freunden und Mitgliedern, die uns wahrlich aufopfernd geholfen haben. |
![]() |
Das Wochenende vom 12. bis 13. Juli 2003 sollte für uns ein ganz besonderes werden. Geplant war ein Segelwochenende, geworden ist ein gemischtes Programm mit recht viel Hetz und Gaudi. Begonnen hat alles auf dem Plateau des Seerestaurants Rust am Samstag um 13:00 Uhr, na ja, genau war es ein bißchen später, und dadurch verschob sich auch der Beginn der Rätselregatta. Aber schön der Reihe nach. Der Erste Burgenländische Hochseeseglerclub hat alle Segelinteressierten zu einer Demonstration auf dem Plateau des Seerestaurants Rust eingeladen. Europameister, Christian Binder, demonstrierte, wie man Segel richtig trimmt. Mit sonorer Stimme erklärte er unter anderem den richtigen Bauch und was halt so alles dazugehört, will das Boot nicht gegen alle Regeln der Vernunft bockig sein, oder gegen "Hott" fahren, wenn der verzweifelte Steuermann "Hü!" ruft. Kompliment dem Christian. Er erntete verdient starken Applaus nach seinem Vortrag. "Is' halt schon a Luada, wann ma net des richtige Schniarl zum richtigen Zeitpunkt ziagt" erklärte mit fachkundiger Miene Heini Legerwall anschließend. |
![]() ![]() |
![]() ![]() ![]() ![]() |
Dann begann es zu regnen, vielleicht als Reaktion zu Heinis Aussage, vielleicht als zusätzliche Aufforderung zur Sprintwettfahrt, die nach Bahnverkürzung vor der Schotterinsel kapp unter einer Stunde dauerte. Sieben Boote beteiligten sich trotzdem an der Rätselregatta, die Christian Wimmer für den SCR organisiert hatte. Draußen vor der Ruster Bucht galt es, vier knifflige Aufgaben zu lösen. Ernst waren die Mienen der Teilnehmer, denn sie glaubten immer noch, eine standardisierte Regatta (so mit Fahnen und schießen) zu fahren. Sie werden sich noch wundern über den Wimmer Christian mit seiner Traude und mit der Spaßregatta, weil jetzt kommt's: Aufgabe Nr. 1 lautete, einen Luftballon vom Startboot zu übernehmen und mit ihm ein Luftballon-über-Bord-Manöver zu fahren. Na, da erblickte der Beobachter die wunderbarsten Dehnungsübungen beim Bergen der Ballone - Bauch rein, Arme gestreckt, verflucht, noch 1 Zentimeter, sapperlot, warum ist das alles so weit weg. Jetzt springt er mir aus der Hand - nein! Alle wurden geborgen, keiner blieb im See. Besonders eindrucksvoll war die Übung der beiden Jahrbacher-Senioren, die den Ballon zuerst gekonnt ein Stück Richtung Mörbisch trieben, bevor sie ihn mit einer raffiniert angelegten Q-Wende überrumpelten. Dagegen war das Spiel eines anderen Seglers mit der bereits geborgenen Kugel über Bauch und Oberschenkel - hüpf, jetzt ist er wieder in den See gefallen - banal, jedoch herrlich anzusehen. Wie es die Seehunde machen, davor haben sich alle gedrückt, vielleicht weil's verboten ist, oder eher, weil sie glaubten, es sei verboten. |
Die Broaska-Schenke in Oslip war gesteckt voll. Das Folklore Ensemble "Tamburiza Uzlop" spielte und sang für den SCR ab 20:00 Uhr. Vorher wurden Stelzen und Wein serviert. Uzlop ist die kroatische Bezeichnung für Oslip. Tamburiza ist ein kroatisches Volksinstrument, das mit der Mandoline und der Balalaika verwandt ist. Ein Tamburizaorchster setzt sich aus verschiedenen Saiteninstrumenten zusammen: Birsernica, Brac, Celovic, Bugarija und Berde. Diese Instrumente werden von feschen Burschen und lieben Mädels gespielt, dazu wird gesungen. Die Tracht, in der das Ensemble auftrat, zeigte die Feiertagskleidung der Osliper Bevölkerung aus der Zeit um 1900. Der musikalische Leiter, Konrad Robitza, ließ es sich zu später Stunde nicht nehmen, dem Veranstaltungsleiter des SCR, Franz Reithmayr, ein Ständchen zu bringen. Dieser zerfloß, und alle haben sich gefreut. Standing Ovationen wurden immer öfter durchgeführt, einerseits, weil die Osliper hervorragend sangen und spielten, andererseits, weil damit das eigene Kreuz entlastet werden konnte, denn beim Conny saß man auf Bänken mit 90 Grad Blickrichtung auf die Musikanten. Ist es Absicht? Wir werden es nie erfahren. Eines ist jedoch sicher: Die Anzahl der Standig Ovations korreliert mit dem Alter der Besucher zu vorgerückter Stunde positiv - eh klar. |
![]() ![]() |
![]() ![]() ![]() |
Sonntags trafen sich die tapferen Durchhalterätselregattasegler und Durchhalterätselregattaseglerinnen um 12:00 Uhr vor der Ruster Bucht zu einer Sprintwettfahrt mit Känguruh-Start. Die glänzend absolviert wurde, für manche bereits als Vorübung zum Südsee-Cup. Der Beobachter war zwar nicht draußen, hörte jedoch Heini Legerwall zufrieden grunzen. Also war alles paletti. Die Ergebnisse samt Zwischenergebnissen und Unterergebnisse zu den Zwischenergebnissen sowie Resultate der besonderen Art wurden von Traude penibel erfaßt und von Christian mit Anstrichen leserlich (na ja, manchmal) markiert. Dafür sei ihnen für die Mühe schon hier gedankt. Auch für das Luftballon aufblasen! Um 16:00 Uhr begann die Endrunde. Das mit dem Gedicht wurde nachgeholt und beendet. Zu den schwierigen, weil so ungewohnten, Aufgaben gehörte auch die Frage: Wieviele Farben hat der SCR-Stander? Geh, wui - richtig ist 5! Oder, buchstabiere nach internationalem Funkalphabet "Gelbkragenschiffer". Damit das für allemal geklärt ist: "GKS" ist die Abkürzung für Gelbkragenschiffer und nicht für Gesellschaft für Kanada Studien oder Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt oder Gesicherter Klettersteig oder Groß/Kleinschreibung! Jawohl, Herr Oberlehrer - bitte ich muß. Durch eine kleine Adaptierung der Spielregeln durften die Mannschaften zweier Boote, die sich gestern aufgrund Regen und einem wirklich bösartigen Einser-Wind nicht hinaustrauten, auch noch mitspielen. Spielunterlage war ein Tisch im Campingrestaurant Rust anstatt der Seeoberfläche. Die Luftballone fielen aus, nicht weil sie keiner aufblasen konnte, sondern weil keine mehr da waren. Zusatzpunkte gab's für das Vortragen der Vierzeiler cora publico (dazu zählten auch clubfremde Biertrinker und vorbeilaufende und guckende deutsche Gäste). |
Schiffs- |
Yard- |
1.WF: |
1.WF: |
Zeit |
Aufgaben |
2.WF: |
2.WF: |
Gedicht |
Gesamt |
Gesamt |
Kerstin |
120 |
2.058 |
14 |
7 |
12 |
10m 00s |
14 |
5 |
52 |
1 |
4 mi |
120 |
2.311 |
8 |
5 |
22 |
10m 00s |
8 |
5 |
48 |
2 |
Sunbeam24 |
116 |
2.235 |
12 |
6 |
11 |
08m 17s |
12 |
|
41 |
3 |
Camillo |
118 |
|
0 |
0 |
16 |
09m 09s |
10 |
5 |
31 |
4 |
na bravo |
117 |
|
0 |
0 |
17 |
08m 43s |
14 |
|
31 |
5 |
Mari |
129 |
2.592 |
4 |
2 |
14 |
13m 29s |
4 |
5 |
29 |
6 |
Peppino |
117 |
2.297 |
10 |
4 |
4 |
08m 43s |
6 |
|
24 |
7 |
Tabaluga |
117 |
2.484 |
6 |
1 |
16 |
|
0 |
|
23 |
8 |
Red Cup |
123 |
2.633 |
2 |
3 |
11 |
11m 13s |
2 |
|
18 |
9 |
Die Siegerehrung war eine dem Zweck der Veranstaltung gerechte Feier. Es war ein schönes und denksportliches Wochenende. Humor war der Veranstaltungschef. Ihm dienten fröhlich Traude und Christian. Und wir? Wir waren dankbare Teilnehmer, die nur einen Wunsch haben: Wiederholung in der nächsten Saison. Der Beobachter verabschiedet sich. Er wurde von Heini Legerwall zu einem kleinen Bier eingeladen. Heini vertritt eine andere Meinung, weil die Regeln so oft geändert wurden. Keine ist druckreif. |
Der 15. August war ein besonderer Tag für uns Segler. Um 9:30 Uhr trafen die Crews beim Seehotel Rust ein. 30 Personen hatten sich bei Franz Pabisch, der dieses Fahrtensegeln organisierte, angemeldet. Das zeigte viel Interesse und Vorfreude auf ein schönes Wochenende. Um 10:00 Uhr setzten wir Kurs auf Mörbisch. Kurze Zeit später segnete jeder Skipper im Nachhinein die Tatsache, dass er sein Ölzeug mithatte, oder er verfluchte insgeheim den ungünstigen Lagerort seines Ölzeugs, das sich gerade jetzt wo anders befand, jedoch nicht auf diesem Schiff. Denn es begann zu regnen. Nicht gerade stark zuerst, aber dann immer heftiger. Kurz nach der Abfahrt von Rust schob sich mit rasanter Schnelligkeit eine schwarze Front über das Gebirge, der Wind wechselte von Nord nach West, damit war es mit dem Schmetterlingsegeln vorbei. |
![]() ![]() |
![]() ![]() |
Die Gäste ohne Ölzeug saßen in der Plicht. Aber das kann doch einen Gelbkragenschiffer nicht erschüttern. Mutig tauchten 23 Personen mit 10 Booten durch die Front. Vor Mörbisch war der Spuk vorbei. Man schob sich vorsichtig durch den Kanal - prima Anlegelmanöver bei der Zollstation. Alle Teilnehmer erhielten ein vorbereitetes Kesselgulasch und ein Getränk. Als humoristische Einlage ließ Franz Pabisch seine Gedanken über den Begriff „Nudlaug" kreisen. Nudlaug - ein zur Wolle gewordenes Schimpfwort. Das neue essentielle Produkt für die Menschheit, ein Beitrag zum Frieden auf der Erde und auf dem Mond. Nach dem Gulasch notierte Franz die Personen, die weiter in die Marina Fertötö fahren wollten.
|
Denn die Marina war unser eigentliches Reiseziel. Dort wollten wir übernachten. 16 Segler steuerten 8 Boote in den 3 Kilometer langen Kanal. Der Rest der Teilnehmer segelte direkt von der Zollstation zurück nach Rust. |
![]() |
![]() |
In der Marina gab es für jedes Boot einen Liegeplatz mit Stromanschluss. Abends wurden wir zum Restaurant „Zum alten Fischer" transportiert. Dort ging nach dem Abendessen die Gaudi so richtig los - ungarisch äbän. Das in der Marina vorbestellte Frühstück belebte wieder die Geister. Ab 11:00 Uhr wurde ausklariert und zurück nach Rust gesegelt. |
Eine schöne Veranstaltung ist gelungen. Unser Clubmitglied, Klaus Prtak, hat es auf den Punkt gebracht, indem er im Namen des YMA per Fax dem Organisator, Franz Pabisch, für die klaglose Durchführung dankte und seine Hoffnung ausdrückte, nächstes Jahr mit dem SCR wieder gemeinsam Fahrtensegeln dieser Art durchzuführen. |
![]() |
Mulatsag mit Fähre |
Am Samstag, den 6. September, wartete die Fähre um 18.00 Uhr auf uns SCR-ler beim Seehotel Rust. Sie wurde von 55 Mulatsag-Teilnehmern "geentert" und die Begrüßungsschnapserln waren gleich "vernichtet". Während der Fahrt durch den Kanal auf den offenen See begrüßten Ehrenobmann, Franz Pabisch, und Veranstaltungsleiter, Franz Reithmayr, die Gäste. Anschließend erfuhren wir von Klaus Charvat in einem von ihm getexteten und sehr anschaulich vorgetragenem Gedicht, dass Regatten auch heiter betrachtet werden können! Im Schilf bei den Schoppen legte die Fähre an, es wurde am Vorschiff gegrillt und während des Verzehrs von Fleisch und Würstel gab es noch einen tollen Sonnenuntergang. Dann legte das Schiff ab und zog Kreise über den ruhigen und sternenklaren Neusiedler See - es war ein Erlebnis, dieses Panorama zu genießen. Ein beinahe runder Mond und natürlich auch wir, die wir uns leider mangels Text am Gesang nicht beteiligen konnten, hörten dem Lied von Klaus Charvat über die "Gelbkragenschiffer" zu. Um 21:00 Uhr waren wir wieder beim Seehotel Rust - viel zu früh! Der Schiffsmusiker wurde kurzentschlossen eingeladen und ins Campingrestaurant mitgenommen. Ca. 25 Personen ließen dort diese lustige und wirklich gelungene Veranstaltung ausklingen. |
![]() ![]() ![]() |
Wir blickten auf den See hinaus. Oh, du mein Wasser. Seicht ist er halt. Zu seicht für unser Vorhaben. Die sommerliche Trockenheit dezimierte sein H2O und uns war es mit jedem Tag Sonne seglerisch traurig ums Herz. Unter diesen Umständen konnten wir natürlich nicht das traditionelle Absegeln durchführen. Wir wendeten unseren Blick weg vom See und berieten. Die einzige Möglichkeit bestand darin, unser Absegeln auf dem Lande durchzuführen. Ein schauerlicher Gedanke für manchen passionierten Segler, dessen Freude das Wasser ist, dessen Boot die Wellen durchpflügt. So sind eben die Segler. Am 27. September holten wir feierlich unsere SCR-Fahne ein. Immerhin waren 25 Mitglieder anwesend. Richard Jahrbacher sen. blies ins Horn. Keiner weinte. Franz Pabisch hat uns schon vorher mit Bier versorgt, und mit einigen Schnapserl im Magen sah die Situation schon rosiger aus. Leider glänzten unsere beiden Jungfrauen für die Fahne durch Abwesenheit. Die eine war krank und die andere auf Urlaub. Mit diesem zeremoniellen Akt endete offiziell die Saison 2003. |
![]() ![]() |
Anschließen bewegten wir unsere Autos zur Grenze nach Ungarn. In Fertörakos kehrten wir Gelbkragenschiffer ein und feierten - dieses Mal nicht so zeremoniell - den Abschluss der für den Club äußerst erfolgreich verlaufenden Saison. Franz Pabisch hatte die Plätze vorher reserviert, und 33 Personen nützen die Gelegenheit zum Abschied nehmen von einem heißen Sommer und von einem trockenen Herbst. Auch in Ungarn steht das Wasser tief, vielleicht tiefer als bei uns, oder täuscht das Schilf, liefert es ein Trugbild? Nein, nein, auch der Blick hinaus vom Restaurant in Fertörakos zeigte den See genauso wie in Rust - sehr sehr seicht. Es wurde ein sehr lustiger Nachmittag beim ungarischen Wirt'n. Somit war die Segelsaison für dieses Jahr beendet, zuerst feierlich und dann gemütlich. Rückfahrt mit Zug auf Gummirädern oder Spaziergang retour zur Grenze, da schieden sich die Geister. Munter erreichten wir den Schlagbaum, hüpften in die Autos und setzten Kurs Rust, auf Gummirädern. So, das war's. Nächstes großes Problem, das besonders die Skipper der Dickboote lösen müssen: Wie befreie ich meinen seglerische Untersatz vom Schlick aus dem Liegeplatz hinaus, und hoffentlich bleibe ich bei der Fahrt zum Kran nicht stecken. Aber das ist eine andere Geschichte. |
![]() ![]() |
Die Übergabe des SCR-Cup durch den Bürgermeister der Freistadt Rust an den Gesamtsieger und die Ehrung der Teilnehmer erfolgte im festlichen Rahmen unserer Generalversammlung am 25. Oktober 2003. |
|
Clubmitglied/Eigner |
LANGSTRECKEN- |
SONNWEND- |
BYC- |
RUSTER WEINLESE- |
CUP- |
CUP- |
|||||||||||
Eine |
1. |
2. Wettfahrt |
Eine |
1. Wettfahrt |
2. Wettfahrt |
2003 |
2003 |
||||||||||
08.06.2003 |
28.06.2003 |
28.06.2003 |
02.08.2003 |
20.09.2003 |
20.09.2003 |
Punkte |
Wertung |
||||||||||
Christian WIMMER |
100 |
100 |
100 |
|
|
|
300 |
1 |
|||||||||
Kurt KIRNBAUER |
|
86 |
86 |
100 |
|
|
272 |
2 |
|||||||||
Helmut PRITZ |
|
|
71 |
71 |
100 |
|
242 |
3 |
|||||||||
Helmuth BERGHOFER |
90 |
71 |
57 |
|
|
|
218 |
4 |
|||||||||
Franz PABISCH |
|
29 |
|
86 |
|
100 |
215 |
5 |
|||||||||
Peter MAYER |
70 |
|
|
|
60 |
60 |
190 |
6 |
|||||||||
Franz SWOBODA |
50 |
57 |
|
57 |
|
|
164 |
7 |
|||||||||
Franz REITHMAYR |
40 |
|
|
|
80 |
20 |
140 |
8 |
|||||||||
Peter ZELGER |
10 |
|
|
|
40 |
80 |
130 |
9 |
|||||||||
Edmund FANTA |
30 |
|
43 |
43 |
|
|
116 |
10 |
![]() ![]() ![]() ![]() |
Während die Kinder am 11. November zum Gedenken an die Legende vom Heiligen Martin, dem Bischof von Tours, mit Laternen durch die Straßen ziehen und von den guten Taten des frommen Märtyrers singen, huldigen die Erwachsenen wohl mehr dem berühmten Martinigansl, einem Gaumenschmaus, der mit deftigen Waldviertler Erdäpfelknödel, glacierten Maroni und Rotkraut serviert, so manchen das Kalorienzählen vergessen lässt. Der 15. November wurde ganz groß geschrieben in den Terminkalendern der Gelbkragenschiffer. Warum bloß? Hatten wir etwas verbrochen, waren wir schlimm? Aber woher! Wir sind ganz harmlos - oder, auch beim Federvieh? SCR ißt Gansl. Normalerweise verdrückt man buchstäblich ein Viertel des (früher) schnatternden Gefiederträgers in einem Zug und delektiert sich an Rotkraut und Knöderl als Beilage. Nicht der gelernte SCRler. Nein, so sind sie nicht, die Seglergemeinschaft vom Neusiedler See. Für sie ist das jährliche Verzehren eines Gänseviertels zu Martini, heuer schon im zweiten Jahr, Teil eines gesellschaftlichen fröhlichen Beisammenseins. Franz Reithmayr hatte zum kulinarischen Fest gerufen. Und sie kamen in Scharen. Wenn man bedenkt, dass Martini im jährlichen Ablauf weit hinter dem Saisonende positioniert ist, dann sind 54 aktive Ganslesser in der Marina Wien am Handelskai neben der Donau eine sehr zufrieden stellende Anzahl. Unser Franzi hatte gerufen. Und wir bereuten nichts. Wir wissen, die Martinigans ist eine Kalorienbombe, aber was soll's. Nach, und bei einigen der Tapferen auch während des gesellschaftlichen Schmauses wurde die Gelegenheit genutzt, vielleicht zum letzten Mal in diesem Jahr die wichtigsten Neuigkeiten auszutauschen. Außerdem hatte es wirklich sehr gut geschmeckt. Wir Gelbkragenschiffer verstehen es zu feiern - neben dem Segeln, versteht sich. Nur eines machten wir nicht. Wir warfen keine Knochen in hohem Bogen über die Brüstung. |