REGATTA - heiter betrachtet

Schon vor dem Start ist es verteufelt,
der Wettfahrtleiter ist verzweifelt -
der Wind dreht rund um die Uhr,
so ist sie eben, die Natur.

Endlich liegt die Linie fest, jawohl,
von der man schließlich starten soll.
Du fährst dahinter auf und ab,
da kommt ja einer - das war knapp.

Er schreit und will dir etwas rufen,
danach beginnt er stark zu luven;
will dich über die Linie drücken,
und es scheint ihm ja auch zu glücken.

Doch findest du noch eine Lücke,
und entschärfst des Gegners Tücke.
Ätsch, mein Freund, das ging daneben
und du schaffst den Start so eben.

Du liegst im Feld gar nicht so schlecht,
liegst die erste Boje an,
es ging sich aus, sie schön zu runden,
da schralt der Wind ein bisschen eben

und anstatt vorbei zu pfeifen,
musst du jetzt noch Höhe kneifen.
Zwei Wenden würden gar nichts machen,
doch hätte dann dein Freund zu lachen.

Käm er doch schön an dir vorbei,
das wär dir gar nicht einerlei.
Es geht, wenn auch nur ganz knapp,
du bist schon achterlicher als querab,

da hebt so eine steile Welle die Boje an
und dann schlägt sie bei dir noch an.
Sch ... denkst du und blickst um dich,
das ist doch wirklich ärgerlich.

Das hat doch keiner jetzt gesehn.
Ja, durch ein neuerliches Runden
wär' dein Freund ganz leicht entschwunden.
So fährst du frisch und fröhlich weiter,
verdrängst die Schuld und gibst dich heiter.

Auf der Raumen geht die Post jetzt ab;
dein Freund kommt auf und fährt vorbei,
doch hat er nicht sehr viel davon;
beim nächsten Schoppen an der Ecken
läuft er auf Grund und bleibt gleich stecken.

Er wippt und schaukelt hin und her,
doch geht auf einmal gar nichts mehr.
Denn, Freund: Was nützt das allerschnellste Schiff,
fährst du es auf ein Schotterriff.

Die Wettfahrt ist besonders hart,
wird sie geführt als Rätselfahrt.
Die Fragen sind ja teils sehr schwer,
im Streß geht oft dann gar nichts mehr.

Das Startschiff müssen wir oft runden,
bis die Antwort ist gefunden.
Rund um die Boje dann in Lee
geht's auf die zweite Kreuz - oh weh!

Da kommt von hinten eine Shark
und obwohl in Ufernähe, luvt er stark.
"Ja soll ich denn ans Ufer?"
rufst du zu dem starken Luver.

Das sieht er ein und wendet weg,
du ackerst schon durch Schlamm und Dreck,
doch kommst du schließlich frei,
grad noch am nächsten Steg vorbei.

Leider ist die Shark schon fort -
doch weiter oben, ja doch dort,
liegt das Ziel.
Die Linie ist leicht gequert,
von Lee nach Luv und nicht verkehrt!

Die Auswertung der Segelzeiten
kann Kopfweh noch bereiten.
Das Allerbeste kommt zu Schluß,
und das wird noch ein Hochgenuß.

Die Nach-Wettfahrt ist oft von Dauer,
denn hinterher ist jeder schlauer.
Hätt' der Wind nicht so gedreht,
wie's in keinem Lehrbuch steht,

wär' diese Front, wie angenommen,
erst etwas später angekommen,
hätt' ich auf der Zielkreuz -jede Wette-
gewonnen doch noch viele Plätze.

Das nächste Mal - ich schwör's bei Topp und Takel -
befrage ich das Wind-Orakel.

Bin stets auf der bess'ren Seite
und hänge ab die ganze Meute.
Spiel dann mein wahres Können aus
und komm' als Sieger groß heraus.

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