I, da Heini Legerwall, bin heit s’letzte Moi fir eich do. I mecht mi in olla Würde von eich vaobschied’n. Oi de Joah hob i olles gsegn, es is ma nix entgangen, olles Guate und Schlechte. Maunchmoi hob i nix gsagt und nur gschluckt - de Augen zua-druckt - woa guat so. Schod, dass de Zeidung nimma gibt. Wos miasst’s denn a in de “digitale Welt” einsteign. I geh do nimma mit, i bleib in da Natur auf mein Wossa. So mecht i mi heit von eich vaobschiedn mit an liabn Gedichtl von Bertl Göttl über mein Liabling, den Neusiedler See, des ma b’sonders guat gfoit:
“Zwischen Feldern und Wiesn und Wein liegt da See,
a Vogl müaßat ma sein, hoch drobn in der Höh.
Is schon still uman See, hör die Ruada schlagen
und an Vogl im Rohr drin bei da Finster klagen!
A Paradies mit Wiesn ohne End,
mit Wassa des im Sunnstrahl blendt,
mit Weinstöck, überstraaht mit Blüah
und Arbat mit viel Freid und Müah.
Mit Wunder bei an jeden Gang,
an Himmel voia Voglsang,
mit Musi und mit bsondre Leut
- voi Lebn - oiszamm a Handvoi Zeit!”
Pfiat eich, bleibts brav und stellts nix an! I tauch jetzt o ins Wossa.
Eicha Heini Legerwall
Wenn ich auf die abgelaufene Segelsaison zurückblicke, freut es mich, und ich bin zufrieden und glücklich. Alles hat zu meiner Zufriedenheit geklappt - bis auf das Wetter. Ich muss einmal mehr mit dem bärtigen Burschen dort oben ein ernstes Wörtchen reden, sollte an seinem langen Bart ziehen, denn was dieser Bursche in der Saison an Schlechtwetter über uns brave und ehrliche Seglerinnen und Segler drüber geschüttet hat, war schon beinahe nicht auszuhalten. Regen, nichts als Regen und Hagel (na ja, ein paar Brocken waren sicher dabei, Schnee nicht, hätt aber sein können) und Wind und Starkwindereignisse und Gewitter. Eine Sturmwarnanlage hat dauernd geblinkt, wie man so hört, sogar bei Sonnenschein und Flaute. Aber dazu möchte ich mich nicht näher äußern. Was soll´s, über ´s Wetter kann man schimpfen, es ändert nichts. Liebe Leute, seid trotzdem lieb zueinander, aber ich weiß, das tut ihr ja immer, und ich freu mich darüber, und ihr freut euch auch. Es ist manchmal nicht leicht, sich prosaisch und verständlich auszudrücken. Für die Formulierung des letzten Satzes musste ich sehr lange nachdenken. Natürlich gab´s auch schönes Regattawetter mit einem passenden "Winderl". Also, das Wetter, des hätt ma.
Im Clubhaus war es öfters eher ruhiger als in den Vorjahren. Entweder sitzen die Mitglieder beim Katamaran oder auf den Parzellen. Wie es einem gefällt. Das "alte Haus von Rocky Tocky" ist sicher nicht alt und nicht hässlich. Es ist genauso wenig kalt und leer. Also lieber Bruce Low! Keiner hat sich jemals von seinem Dach gestürzt, obwohl, muss ich feststellen, taugt die Veranda nicht so sehr für Fernsehübertragungen - ist auch nicht geplant, na und?
Ein Köpfler ist ein Sprung ins Wasser. A lustige G´schicht. Net so lustig bei einer Bootsfahrt, speziell wenn der Baum den Unglücklichen von Bord wischt. Früher in meiner Jugend hatten wir alle ins Wasser geköpfelt. Klothhose rauf ziehen, Bauch rein, bis die Luft wegbleibt, und mit lässigen Schritten an den Mädeln vorbei gehen. Los, ihr Pensionisten! Geil war´s! Blöd ist allerdings, ein unfreiwilliger Köpfler. Das ist einem Mitglied passiert. Ich nenne keinen Namen (es war unser lieber Georg). Besagter paddelte sein Schlauchboot, beladen mit einem Kanister mit Frischwasser zu seinem Segelboot, um den Kanister dort an Bord zu heben. Georg verlor das Gleichgewicht, das "Schlaucherl" kippte, der Kanister versank, und Georg köpfelte nach vorne. Schauen, ob jemand diese Manöver beobachtet hat, Kanister mit der zuvor befestigten Leine bergen, war eines. Über andere sportliche Aktivitäten wird, so wie in jeder Ausgabe des Segelboten, auch in dieser ausführlich berichtet.
Somit verabschiede ich mich von euch, liebe Mitglieder und Freunde, in den Winter und freue mich schon auf die nächste Segelsaison mit Mast und Schotbruch - aber die Geschichte kennt eh a jeder.
2014 kein Winter. Ja wo issa denn? Es war nicht bitter kalt - die Winterstörche in Rust trugen nicht Schal (das war früher) - so spazierte ich gemütlich vor mich hin (das war heuer) und besuchte den Campingplatz von außen. Ich wollte wieder einmal den Neusiedler See ohne Boote betrachten, ein Steppengewässer seit Äonen - ohne Sportboote. Aber diese waren da, abgestellt in Hallen oder auf freiem Gelände, auch dort vor dem Kran, sichtbar hinter Gittern.
Rundum Boote aller Art. Vor mir Sperrzonen, Barrieren mit Zäunen und Schlössern. Beachtlich, wie die Boote beim Kran geparkt standen, manche wie auf Stelzen, andere auf Hängern, verpackt. Bei vielen Schüsseln konnte ich die Ergebnisse kenntnisreicher Verpackungskünstler erkennen. Einige Rümpfe lugten durch diese Verpackungen und gleich daneben hingen verkrampft und gelöst die dazu gehörigen Stricke. Klar, sage niemals Stricke, Seile oder vielleicht gar Schnürln. Man spricht an Bord nur von Tampen, Schoten (sind Bestandteile des laufenden Gutes, aber das wisst ihr besser als ich). Schoten sind nicht einbeinige Schotten - wollt ich nur gesagt haben) Taue (ka Seu!) oder Leinen (das sind niemals und wirklich nie Wäscheaufhängevorrichtungen, deren Fachausdruck zumindest in Ostösterreich zusammen mit Kluppen so lautet) oder Enden (wie bei der Wurst) oder Bändsel. Ein Bändsel kann auch eine schlecht spielende Band sein. Ein Band gibt es an Bord nicht. Mich erinnert manche Band an einen Bandscheibenvorfall. Bist deppert? Hör auf! Aye-Aye (besonders komische Art "ja" zu sagen), ich höre jetzt auf.
Zurück zu den Booten hinter Gittern. Bei vielen wurde der Mast nicht gelegt. Dazu sind mir zwei Meinungen bekannt. Einerseits schwört man auf die Tatsache, dass an Land und auf dem Hänger mit Gummirädern aufgrund des Pendeleffekts nichts passieren kann. Dazu gibt es noch weitere lässig vorgetragene Argumente. Andererseits wird oft mit misstrauisch rollenden Augen und markantem Tippen der rechten Hand zur Stirne argumentiert, dass aufgrund des Rüttelns bei Winterstürmen das Boot eines Tages auseinander fallen muss. Vorher werde der Schnee im Winter durch kleine Ritzen in das Bootinnere gelangen. Ergo: Osmose. Natürlich kann man sich bei dieser Fragestellung eine Menge Expertenmeinungen anhören - von oft sehr gescheiten Leuten. Hoffentlich findet sich bald jemand, der die richtige Antwort auf die Frage über stehende Maste im freien Winterlager geben wird - keine einfache Analyse. Wir werden uns darüber sehr freuen. Denn, obwohl das Bild dieser Boote vor dem Kran ein wenig an Marinas erinnert, bin ich doch etwas skeptisch. Also, wer macht das?
Viel hätte ich euch noch zu erzählen, was sich so tat im Club. Dieses Mal ganz kurz:
Da wäre die Sache mit dem Maxi, geadelt nach seiner schönsten und besten Eigenschaft, "Max der Größte". Nicht nach der Körpergröße, da konnte er nicht viel beitragen. Das adelige Verhalten zeichnet ihn aus - noble Gelassenheit. Unwissende Geister behaupten, er sei stur, aber das stimmt nicht. Er kennt seine Größe, eben "Maximal". Er bewegt sich nur, wenn er will. Er bewegte sich einmal zu schnell und fiel ins Wasser. Innerlich nobel wartete er, bis die eingeleitete Suchaktion Erfolg hatte, bis Christian, Hans und Otmar ihn fanden und aus einer Misere befreiten. Max war nass und fror. Der halbe Club litt mit ihm. Nach einer Behandlung mit dem Handtuch, die er nicht schätzte und trotzdem gestattete, wurde er in Renate’s Mobilheim transportiert, wo er über einige Rätselhaftigkeiten seiner Hundewelt nachdachte und kurz nach dem Einschlafen zu schnarchen begann.
Sapperlot. Ich bin ganz traurig. So ein Wetter seit Anfang April. Tröstlich ist nur, dass der Winter bald abhaut. Ritter Frühling vortreten! Wir wollen das jedoch nicht so kriegerisch betrachten. Ich wünsche euch und euren Familien eine schöne und erfolgreiche Saison. Unser Veranstaltungsprogramm im Falter ist reichhaltig für jeden Geschmack zusammengestellt.
Eine attraktive Art von Regatten kommt auf uns zu: Match Racing - Kampf Segelboot versus Segelboot. Der OeSV wird diese Veranstaltung ab heuer groß herausbringen. Also, macht euch gefasst auf spannende Duelle, nicht draußen auf dem See, sondern in Ufernähe. Das Publikum kann von hier aus spannende Manöver verfolgen. Wer sich qualifiziert, kann mitmachen! Vielleicht eine Crew vom SCR!? Ihr habt den Artikel über Match Racing Tour in der Aprilausgabe der Yachtrevue gelesen? Dort steht´s detailliert. Von den fünf Tour-Stopps 2013 wird der Burgenland Grand Prix von 7. bis. 8. September beim BYC in der Ruster Bucht besonders reizvoll für alle Interessierten sein - schon alleine vom Standort her. Infos auch auf der Webseite www.dietour.at.
Oisdann, wann´s nach mir gangad (für unsere Freunde im deutschsprachigen Ausland: Also, wenn es nach mir ginge), würde ich hier eine kräftige club- und segelfreundliche Bemerkung anbringen: Obwohl Match Racing schön und aufregend ist, bin ich dankbar, wenn viele SCR-Regattierer an der Ruster Weinleseregatta teilnehmen, die am 7. September stattfindet. Am Folgetag gehen wir dann zum BYC Match Racing schauen.
Also, liebe Mitglieder. Ihr seid gefordert! Ich hab´ jetzt schon Mitleid - mit mir, denn auch ich bin gefordert: Einerseits mit fachlicher Beurteilung der Weinleseregatta und andererseits mit dem Beobachten des spannenden Duells Match Racing. "Das Match" war doch eine österreichische Fernsehshow, oder? Ja, ja, der Heini Legerwall kennt sich aus im Sport!
Sapperlot alls’dann, und noch einmal Sapperlot! Ich bin fleißiger Leser segelrelevanter Sportzeitschriften (wobei ich mich nicht schäme, auch in höherer Vereinsliteratur zu blättern). Als ich so schmökerte, las ich auch eine Einladung zu einer Segelveranstaltung für Kinder. Nett geschrieben, freundlich formuliert - ein Labsal für meine Augen, geschmacklich aufbereitet. Der Text, wohl ausgesucht, beinhaltete auch die für 8 - 12 Jährige gewählte Ansprachmelodie - richtig lieb. Dann kam der Name des Verfassers, also des Organisators dieser Veranstaltung. Ha! Und dann kam der Hammer, der Hammer vor dem Namen. Hab ich's euch gut erklärt? Nochmals: Ein österreichischer Kaiser lobte eine Oper eines berühmten Komponisten "Genial, nur gewaltig viele Noten". Da die Notenschrift immer auch viele Kürzel enthält, verwechselte der Monarch vielleicht diese Begriffe (er hatte ja kein Ohr für Musik). Mag sein. Das geschah vor 140 Jahren. Der Vollständigkeit möchte ich erwähnen, dass Mozart dem Kaiser Josef II. antwortete "Gerade so viel, Majestät, als notwendig".
Genug jedoch, genug! Das weicht vom eigentlichen Thema ab, das ich hier besprechen will. Zurück zum Hammer vor dem Namen. Der Hammer ist ein Kürzel, eine Abkürzung die da heißt "UieHWudK".
Nun, man hat immer schon im Text Abkürzungen verwendet. Aber in Zeiten wie diesen hat sich das vervielfältigt. Ich sagte zu meinem Freund Karli "Internet". Wir blickten uns gegenseitig an. Da haben wir alles gewusst. Gewisse Abkürzungen sind auch uns bekannt: A.E.I.O.U. oder usw. oder AG oder GesmbH oder u.A.w.g oder L.G. sowie viele Beispiele aus den unterschiedlichen Lebensbereichen, die ich hier gar nicht aufzählen will. Na und die englische Sprache erst. Wir älteren Semester sind halt hier etwas eingeengt. Die heutige Jugend hat's leichter, die wachsen oft mehrsprachig auf - auch auf Abkürzungen bezogen. "Netzjargon" gehört dazu. Na wusch! Das ist aber sehr kompliziert! Ein paar Beispiele: "143" (I love you, ein Buchstabe in "I", vier Buchstaben in "love", drei Buchstaben in "you"); "GF" (Girlfriend); "GG" (großes Grinsen); "HGW" (Herzlichen Glück-wunsch); "IC" ( I see, ich verstehe); "LOL" (Lautes Lachen bzw. Viel Glück/alles Liebe); "N1" (Nice one, Schön!, gut gemacht); "GN8" (Gute Nacht); "SIG" (Signatur); "SMH"(shaking my head, kopfschüttel); "TIA" (Danke im Voraus); "TMI" (Zu viele Details); "U" (Du); "WE" (Wochenende); "XOXO" (Kuss und Umarmung); "XX" (Küsse); "Y" (Why, warum).
Na, was soll ich sagen. Es ist ein Problem - nicht für die Jungen, sondern für uns. Kennst dich aus? Übrigens, die oben erwähnte Abkürzung heißt "Und immer eine Handvoll Wasser unter dem Kiel". Das hätte Mozart gefallen. Servus Klaus!
In der harten Winterszeit habe ich folgendes entzückende und meine Seele streichelndes Gedicht von Peter Rosegger gelesen, das ich euch nicht vorenthalten will:
Därf ih´s Dirndl liabn?
Ih bin jüngst verwichen hin zum Pforra gschlichn: "Därf ih´s Dirndl liabn?" "Untasteh di nit, bei meina Seel, woanstas Dirndl liebst, so kimst in d´Höll!"
Bin ich vull Valonga Zu da Muada gonga: "Därf ih´s Dirndl liabn?" " O mei liaba Schotz, es is noh z´frua, noch funfzehn Jahrln erst, mei liaba Bua!"
Woar in großn Nötn, hon ih´n Votan betn: Därf ih´s Dirndl liabn?" Dunners Schlangl!", schreit er in sein Zurn, "wills mein Steekn kostn, konst es tuan!"
Wos is onzufanga? Bin zan Herrgott gonga: Därf ih´s Dirndl liabn?" "Ei jo freili", sogt er und hot glocht, "wegn an Büaberl hon íh´s Dirndl ja gmocht!"
Hat das etwas mit Segeln zu tun? "Ei jo freili!" - Alles!
Bleibt brav und segelt schicklich, sodass die heurige Saison wieder eine schöne und erfolgreiche wird.
Wer glaubt denn das? Hurra, wir freuen uns! Wir freuen uns über das schöne und warme Herbstwetter. Seit Jahrzehnten haben die Menschen hier in Österreich so etwas noch nie erlebt. Für die Segler ist es prächtig, ihre Boote auf dem Neusiedler See noch so richtig sausen zu lassen. Naja, dann wird gekrant, ab mit dem Boot in die Halle oder im Freien, wo sie überwintern, bis nächste Saison die Seglersonne wieder scheinen wird. Ich kenne Freunde, die erst Anfang November kranen - vorausgesetzt, der Kran ist noch in Betrieb.
Das durchgeführte Segelprogramm kam bei den Mitgliedern sehr gut an. Wir wollen es auch in den nächsten Saisonen mit dem neuen Vorstand so halten. Ich, Heini Legerwall, war als Nichtmitglied sehr erfreut über die sportliche Vielfalt der Veranstaltungen. Jetzt aber zu einem Thema, das vielleicht nicht hierher gehört. Ich will es trotzdem ansprechen:
Diesen Sommer lag mitten im Clubhaus ein Haufen "Schei..". Ein Hunderl war der Lieferant. Gleich vorausgesagt, ich mag Hunderl sowie alle Tiere. Sie sind liebe Geschöpfe und können nichts dafür, dass Menschen oft nicht so lieb sind. Dieses Mal war´s ein Gackerl ohne Sackerl. Der Produzent des Haufens war natürlich längst über alle Berge. Manche Hundebesitzer erklären mit Blick in den Himmel "Mein Hund tut so etwas nicht". Wisst ihr, da muss ich schon meine Stimme erheben und laut rufen "So nicht, meine Freunde!". Ich als Naturfreund und bekennender Tierstreichler stelle mich hinter jeden Haufen "Schei..", äh, hinter jeden Hund und verlange vehement und ungestüm "Mehr Sackerl fürs Gackerl!".
Leider hat sich in der näheren Umgebung die Sitte (Ich meine jetzt nicht die Leute vom SCR) verstärkt, mit Hunden durch das Hafengebiert zu spazieren, mit dem ehrenden Zweck, Auslauf zu ermöglichen. Mit etwas Fantasie kann man direkt eine kleine Völkerwanderung beobachten: Möglichst weit weg sei der Platz für ein Sackerl (Wenn ana so ans mithat - selbstverständlich gilt die Unschuldsvermutung). Ich kann mir das so vorstellen: Ein Chef geht prinzipiell erst bei Dämmerung mit seinem Viecherl Gassi. Verstohlen blickt er sich um "Sind Menschen in der Nähe?" Wenn nicht, geht der Befehl an das Tier "Jetzt schei.., schnell!". Aber so etwas passiert im realen Leben nie! Es gilt ja die Unschuldsvermutung, das habe ich schon einmal gehört, allerdings in einem anderen Zusammenhang. Komische Welt.
Jetzt habe ich so oft das unschöne Wort gesagt - nein, nicht das Wort "Unschuldsvermutung"! Warum waren aber beim Spazierengehen in der grünen Wiese meine Schuhsohlen mehrmals angegackt.
Bleibt brav. Ich sehe alles und habe eine laute Stimme.
Schöne Feiertage wünscht euer Heini.
Im Winter hat sich für mich nichts Wesentliches ereignet. Ich bringe euch etwas zur Aufheiterung:
Segelkurs: Der Prüfer fragt "Was machen Sie, wenn eine Peiso 22 mit 22 Mann an Bord bei einer Patenthalse kentert?" Der Kandidat antwortet: "Ich gehe meine Frau holen". Der Prüfer " Nanu, warum denn das?" Der Kandidat "Weil sie hat so etwas noch nie gesehen"; Im Neusiedler See ist ein Liliputaner am Ertrinken und schreit "Hilfe! Hilfe!". Ein Spaziergänger ruft ihm zu: "Was schreist denn so?" "I hob kan Grund!" "Dann schrei net!"; Ein Indianer wird in Rust von einem Polizisten zur Rede gestellt, weil er auf offener Straße eine Zigarette raucht und eine Zigarettenschachtel in der Hand hält: "Sie dürfen hier nicht rauchen!" Der Indianer: "Ich nix rauchen, das ist mein Handy"; Sagt eine schwangere Frau im Campingplatz Rust zur Bäckermeisterin: "Ich bekomme ein Vollkornbrot". Die Bäckermeisterin schüttelt den Kopf und meint "Sachen gibt´s …"; Gehen zwei Wurstsemmeln über den Platz, raunt die eine der anderen zu "Dir hängt dein Gurkerl raus"; Im Clubhaus hörte ich folgende Frage: "Wie nennt man einen kleinen Hund?" Antwort: "Fußhupe, denn wenn man darauf tritt, hupt´s"; Ich schlief im Flieger ein, plötzlich hörte ich Stimmen: Pilot: "Wir haben nur noch wenig Treibstoff. Erbitten Anweisung!" Tower: "Wie ist ihre Position?" Pilot: "Wir stehen auf Bahn 4 und warten auf den verdammten Tankwagen!"; Tower: "Sind Sie ein Airbus 320 oder 340?", Pilot: "Ein A 340 selbstverständlich, was soll die Frage?". Tower: "Würden Sie dann bitte vor dem Start auch die anderen zwei Triebwerke anwerfen?"; Tower: "Höhe und Position?" Pilot: " Ich bin 1, 75 m und sitze vorne links"; Zwei Segler gehen ein Eisenbahngleis entlang. Keucht der eine: "Die Treppe ist aber lang." Keucht der andere: "Ja, und das dumme Geländer ist viel zu niedrig." Nach einer Weile ruft der erste freudig: "Na endlich, da kommt ein Fahrstuhl!"; Und noch einen zum Abschluss: Zwei Damen sitzen auf einer Bank im Friedhof. Die eine ist 80, die andere 92 Jahre alt. Sagt die 92jährige zur 80jährigen "Wie oid sans denn?" "Ochzig" "Und do schminken´s ihna no?" Sagt die 92jährige "Wia oid san se?" "Zwaraneunz´g". Fragt die 80jährige "Und do fohrn´s no ham?".
Das Netz der Netze grüßt, viel Spaß in der Saison und Prost wünscht Heini Legerwall.
Wieder ist eine schöne und erholsame Segelsaison auf dem Neusiedler See vergangen. Sogar Wind und Wetter haben sich der Sorgen oder Befürchtungen mancher Regattierer angenommen. Der schönste Leicht- und Schubwind blies, die am meisten nachgefragte Konstellation von Wind, Sonne und Wellen erfreute besonders die Fahrtensegler. Ich glaube, sagen zu können: Heuer waren es mehr Fahrten und mehr Regattateilnehmer als in den Vorjahren. Schön und sportlich wie es sich gehört.
Na ja, manchmal sind halt die Stimmen etwas lauter gewesen bei den einzelnen Siegesfeiern. Ich bin zwar als strenger und gefürchteter Hüter von Moral und Anstand bekannt, ich mag aber keine stillen Siegesfeiern. Die Begeisterung an einem hart erkämpften sportlichen Sieg gegen beachtliche Konkurrenz drückt sich nach außen auf der ganzen Skala zwischen Lächeln und Freudenrufe aus. Freude ist eine spontane und emotionale Reaktion auf eine angenehme Situation. So kann man es auch sagen. Ich meine jedoch hier nicht nur die Steuermänner, sondern auch die Vorschoter, die in bedeutender Art und Weise, dazu beitragen, Boot und Crew sicher und schnell von der Startlinie zum Zieleinlauf zu segeln, nicht zu vergessen das Team der Regattaleitung und alle daran beteiligten Funktionäre! Na, und die Seglerdamen darf und will ich hier nicht vergessen. Sie trugen mit Torten- und Kuchenspenden erheblich bei zum Gelingen einer Veranstaltung im Club. Meine Ladys, ich liebe euch dafür!
Die Versuche, mit unseren ungarischen Segelfreunden in Fertörakos Kontakte, auch hinsichtlich Regatten, zu pflegen, begrüße ich. Ich hoffe, daß sich daraus grenzüberschreitend sportlich kameradschaftliche Beziehungen entwickeln. Das wäre leiwand.
Das mit dem Österreichischen Segelverband und dem Österreichischen Hochseeverband ist für einen Außenstehenden schon eine verzwickte Angelegenheit. Weil man sich net auskennt. Sind sie noch immer bös aufeinender, schon wieder gut und nur manchmal bös oder wieder bös aber nur a bisserl gut. Schaut net schön aus die Situation. Man umarmt sich noch nicht, hoffentlich bald. Und hier bin ich optimistisch. Das sind alles ehrenamtliche und ehrenhafte Funktionäre, nur mit unterschiedlichen Ansichten und Interessen. Ich bin daher überzeugt, daß eine gute und für beide Seiten zufriedenstellende Lösung gefunden wird - bald! Ich Heinrich, Hubert, Franz Josef Legerwall weiß, daß Hudu Monudulu, der Einbaumskipper vor der Küste des Inselstaates der Salomonen im südwestlichen Pazifik, dann sein Paddel wieder beruhigt ins Wasser eintauchen kann.
Seid brav, auch im Winter. Ich wünsche euch und eueren Familien alles Gute zu den Feiertagen und sonst auch friedvolle Zeiten. Nächste Saison geht´s wieder los.
"Wir hab´n a Haus baut, wir hab`n a Haus baut". So oder ähnlich klang ein Lied oder Schlager vor vielen Jahren. Fragt mich bitte nicht, wann das war. Ich finde das schön. Ich habe es im Blut. Jetzt wird wieder ein Haus gebaut, ein Haus mit Anhang. Ich finde das schön. Wo wird das Haus denn gebaut? Ja, wo denn? In der Ruster Bucht wird das Haus gebaut, ein Haus mit Anhang.
Die Ruster Bucht glänzt bisher sicher nicht mit Schönheit. Pessimisten bezeichnen sie sogar teilweise als häßlich. Seien wir ganz ehrlich: Gar so unrecht haben sie manchmal nicht. Ich meine dabei nicht die vielen netten und freundlichen Menschen, ich meine die Gegend. Bisher überlegte sich mancher Segler, ob er nach einer gelungenen Wende weiterhin die Bucht ansteuern oder gleich umdrehen soll. Na ja, schaut euch doch andere Buchten an. Das sind "Herzerln" im Gegensatz zu der von Rust. Aber das soll jetzt anders werden. Und schon wird fleißig gehämmert, gesägt und errichtet. Ich habe mir diese Marina angesehen, und ich sag euch - ein Schmuckstück! Die Dachgleiche gab´s schon. Die Stege für die Boote sind bereits angelegt, und in groben Umrissen wird die Form des neuen Gebäudes mit dem für Gäste und Besucher vorgesehenen Gebiet erkennbar. Ich will nicht vorgreifen, jedoch ich freue mich schon auf die Fertigstellung, denn bald wird Rust einen modernen Hafen mit Restaurant und vielen Attraktionen für die Gäste haben. Besonders gefällt mir die geplante Aussichtsplattform über dem Restaurant mit Blick über die Ruster Bucht und darüber hinaus auf den Neusiedler See. Dann wird der Segler sicher freudig Kurs auf die Bucht samt Restaurant setzen.
Wie ich da im Winter so gelegen bin, habe ich über Adjustierungen nachgedacht. Wenn der SCR einmal eine gleichmäßige Bekleidung als Art von Vereinsuniform (Ich weiß: "Wir marschieren nicht, wir segeln.") tragen wird, wäre es interessant, sich zeitgerecht Gedanken darüber zu machen. Ein Thema wäre der Knoten, der für den mechanischen Halt von Mascherl oder Krawatte am Hals sorgt. Die Engländer sind uns da sehr weit voraus. Man soll es aber nicht überspannen: Ein britischer Steuermann, mit Mascherl geschmückt, ruft nach einem gelungenen Manöver seinem Vorschoter zu: "Hey, old boy! Das war eine schöne Halse, very charming!". Nein, das wäre übertrieben. Jedoch könnte man in der Pause zwischen zwei Wettfahrten darüber sprechen. Das wäre nicht übertrieben.
Weil ich mich über einen Brief von einer Behörde geärgert habe, die mir in wunderschönem Amtsösterreichisch schon wieder einen Krempel erklärt hat, den ich just nicht verstehe, habe ich eine Idee. Dieser Einfall ist sehr gut, ich bin ganz stolz. Der Heini hat immer gute Ideen. Also, wenn ich wieder ein kompliziertes Schriftstück mit diesbezüglichen oder dementsprechenden Formulierungen erhalte, werde ich mein Antwortschreiben mit den Worten schließen: "Sie sind, sehr geehrte Damen und Herren, meine ergebenen und gehorsamen Diener" - Unterschrift. Das haut hin. Probier´s einmal.
Segelt gut, freut euch des Lebens, bleibt gesund. Das wünscht euch euer Heini Legerwall.
Ich freue mich, euch meinen Senf auch in dieser Ausgabe zu geben. Es ist angenehm, zu wissen, dass meine Meinung über Dinge, die mir gefallen und Tatsachen, über die ich mich ärgere, in diesem Medium aufscheinen. Manchmal gibt es viel zu erwähnen, manchmal weniger. Nie aber nix. Erschaudern sollt ihr (na ja, ein bisserl wenigstens), wenn ich meine Stimme erhebe. Ihr dürft euch freuen, wenn ich gute und positive Nachrichten verbreite, denn ich bin der segelnde Blumenfreund, der alles sieht und hört. Die heurige Saison war so richtig heiß. Nicht nur auf dem Wasser, sondern auch an Land. Ich meine vorerst die liebe gute Sonne und das herrliche Wetter. Beide gaben uns Seglern einen wunderschönen Sommer bis hinein in einen Herbst, der oft gespickt mit frischen Winden war und damit das Seglerherz erfreute.
40 Jahre ist der Yachtclub Breitenbrunn alt. Eine winzig kleine Abordnung des SCR hat mitgefeiert. War er da beim Sommerfest, der Herr Bürger-meister? Ich kann mich nicht mehr erinnern. Dafür waren's dick da, die Hackler. Danke, das war dulli (wer mir das Wort erklärt, dem zahle ich einen Spritzer). Also, die Regattierer haben mir heuer besonders gut gefallen. Charmant, dass sie beim Absegeln aufgrund "Nullo Wind" (alsdann eine Parade-Glatz'n) die Preise verlosten, zusammen mit gespendeten Paradeisern und Paprika. Eine Gaudi! Die Fahrtensegler besuchten Jois und Fertörakos. Einen zog es nach Podersdorf. Weil es ihm so gut gefallen hat, übernachtete er gleich dort. Fertörakos ist eine gute Destination falls man nicht ins Schilf fährt.
Und wenn ihr glaubt, heuer fahren sie nicht, dann irrt ihr euch gewaltig. Und ob sie fahren. Vielleicht sieht man sie nicht genau, vielleicht fallen sie nicht so sehr auf, vielleicht haben wir uns an ihren Anblick schon gewöhnt. Sie fahren. Gemeint sind die Wassertaxis. Voriges Jahr um diese Zeit hatte ich Zeter und Mordio geschrieen. Ich habe geschimpft - nix hat's genutzt. Vielleicht san's heuer langsamer gefahren? Gefahren sind sie, denn ich habe sie gesehen, habe ihnen zugerufen. Manche haben mir geantwortet, jedoch ich habe es nicht verstanden. Einige sind sozusagen "Benzinhollodrios". Andere schleichen durch den Kanal oder durch die Buchten und lechzen nach Fahrgästen, die sie rundherum um den See kutschieren wollen. Badegäste, Schwimmer (auch mit Gummiente), Segelboote, Tret- und andere Wasserfahrzeuge werden meiner Ansicht nach gefährdet. Ich bin ein Mann, ein guter Mann, ein ehrlicher und geduldiger Mann, ein moderner und fröhlicher Mann, zusammengefasst ein toleranter Mann. Ich bin ein Mann. Mich kann selten etwas erschüttern. Männlichkeit ist meine größte Tugend. Ich grüße die Damen, streichle ihre Kinder, und gebe mich männlich, so wie es die alte Schule lehrt. Ich bin eben ein Mann. Erkenne ich jedoch Unbilligkeiten, Einseitigkeiten, Subjektivitäten, Bevorzugungen oder Unziemlichkeiten, dann! Ja dann! Also, ich trau mich das nicht so genau zu formulieren - es ist waghalsig und fürchterlich.
Über den OeSV möchte ich jetzt nichts sagen. Geärgert habe ich mich genug. Ich hoffe aber sehr, dass die sportliche Vernunft siegen wird.
Wir haben ein Wasser im See - viel Wasser, viel Wasser. Wir sind sozusagen aus dem Wasser, wie es unsere Freunde beim Schnapsen formulieren. Na, seien wir froh und glücklich darüber. Jetzt können endlich die Dickschiffer hinaus in tiefere Wasser und brauchen nicht, wie in der vergangenen Saison oft beobachtet, manchmal einsam im Hafen in ihrer Plicht bei einem oder mehreren Gläschen gutem Ruster Wein sitzen, um sehnsuchtsvoll über die Bucht zu blicken, so im seemännischen Sinne von "Ich möchte ja ganz gerne wollen, aber mein Boot wird in der Mitte des Sees stecken bleiben, wenn es überhaupt dort hinkommt. Denn hinter dem Schilf verbarg sich der offene See. Ab heuer dürfen sie wollen. Ich freue mich darüber und wünsche ihnen eine recht freudige und schöne Saison. Bis zur nächsten Ebbe.
Alsdann, der Wasserstand ist OK. Das könnte zum Beispiel das Bundesheer auf den Plan bringen. Seine Marineabteilung (schade, dass wir kein Meer mehr haben) kann endlich lange vorbereitete Pläne verwirklichen U-Boote auf dem Neusiedler See einzusetzen. Es könnte schon so sein. Erstens würden sie wirklich untergehen (kein Schmäh, ich meine unter die Wasseroberfläche), was ja für ein g´standenes U-Boot essentiell ist, und zweitens würde das Bundesheer mehr internationale Beachtung finden mit diesen auf einem im Osten befindlichen Binnengewässer angesiedelten Wasser-haflingern. Habt acht! Erinnert mich an meinen Einsatz in Kaisersteinbruch im 57er Winter. Dort gab es allerdings keinen See und keine U-Boote, sondern nur Betontrümmer.
Eine kleine Szene aus der Wiener Tramway-Szene, eigentlich war es ein Bus, aber ist ja wurscht: Ein Bus der Wiener Linien fuhr in die Station. Vorne auf dem Dach stand deutlich "66A Liesing". Ein älterer Herr näherte sich dem vorderen Eingang und rief dem Fahrer zu "Fährt dieser Bus nach Liesing?". Der Fahrer antwortete eher mürrisch "Steht eh vorne oben, schaun´s nach, können´s nicht lesen?" Der Herr stieg in den Bus. Der Fahrer erkannte, dass sein Gast sehbehindert war. "I siach a bisserl schlecht". Plötzlich drehte sich der Gast zum Fahrer. "Sind Sie der Limosineur dieser Karosse?" "Freilich bin ich das". "Geh, lassen Sie einmal die Klingel erschallen, so dass ich höre, ob Sie der Fahrer sind". Verdutzt drückte der Fahrer kurz auf das Horn. Zufrieden drehte sich der Fahrgast zum Fahrer: "Sie sind wirklich der Chauffeur - Fahren Sie los! Worauf warten Sie denn?" Der Herr näherte sich einem Sitz, der Fahrer gab Gas. Das menschelt, nicht wahr. Ihr, liebe Seglerinnen, liebe Segler, habt wie alle anderen Leute auch, so viele gute Seiten in euch. Lasst sie raus! Denn es ist in Zeiten wie diesen erwiesen: Wir menscheln viel zu wenig.
Los, raus aufs Wasser! Ich wünsche euch eine prachtvolle Segelsaison im tiefen Wasser des Neusiedler Sees. Klingt ein bisschen komisch, ist aber gut gemeint. Vergesst nicht! Ich sehe und höre alles. Wenn mir etwas nicht passt, lasse ich meine Stimme laut erschallen.
Neulich saß ich ganz friedlich, ließ Sonnenstrahlen meinen Bauch wärmen und guckte in den Himmel. Plötzlich vernahm ich ein Motorengeräusch. Ein Boot näherte sich mir erst schnell, dann langsamer werdend. Das Motorboot fuhr an mir vorbei - hinten tuckerte kein Elektromotor, sondern ein Benziner. Drei Leute saßen drinnen, auf dem Rumpf prangte die Aufschrift "Taxi". Sapperlot, so was gibt es auf dem Neusiedler See? Normalerweise befinden sich Taxis auf Straßen oder Seen, wo sie dürfen. Aber auf dem Neusiedler See? A Taxi? Gibt's Hexen? Soweit ich mich erinnere, ist der Neusiedler See ein Naturschutzgebiet. Also dort dürfen die Blumen wachsen wie sie wollen und die Fische schwimmen, wohin sie wollen. Auf dem Neusiedler See gibt es doch ein Fahrverbot für Boote mit - na, wie heißt das, ah, weiß schon - Verbrennungsmotoren. Gemeint sind die Murln, die stinken. Selbstverständlich gibt es Ausnahmen wie zum Beispiel Polizei, Feuerwehr, Rettung oder die Fähren. Aber Taxis sind Private. Na also, da muss ich mich schlau machen.
Zufällig traf ich den Georg beim Heurigen in Breitenbrunn. "Hearst, Schurl" fragte ich "bei uns in Rust gibt's etliche Taxis, die auf dem Wasser fahren". Georg lächelte müde "etliche? Bei uns in Neusiedl san's a Pest. So viele Schiffernakel wie diese "Du zahlen, ich spazieren schwimmen" oder "Honoriere mich und ich zeige dir das wirkliche Schilf" oder "Kleine Fuhr für a Maut?" gibt's nirgends auf dem See. "In Podersdorf auch?". Natürlich, und in Weiden und in Jois und hier in Breitenbrunn. Von Illmitz weiß ich's nicht, weil seit meine Tante dort gestorben ist, fahre ich nicht mehr hin". "Deine Tante ist gestorben?" stieß ich hervor. "Ja, voriges Jahr". "Mein Beileid, sie hatte einen guten Wein". "Net nur, dass sie stören, fahren sie oft wie die Teufel. Man redet von 30 Knoten, manchmal mehr" "Aber Schurl, das ist ja Wahnsinn!" Georg lächelte wieder müde: "Wahnsinn ja, bei euch in Rust ist es noch ruhig. Vielleicht geht's nächste Saison los, nächste Saison vielleicht". Ein Ritt über die Wellen des Neusiedler Sees mit 30 Knoten, zehn Minuten von Neusiedl nach Illmitz, dachte ich und leerte mein Glas eilends.
Da muss etwas gemacht werden! Ein guter Freund vom Schurl und mir, der Wachinger, muss her. Der kennt sich sicher aus. Er war lange Gerichtsdiener im oberen Schwursaal in Eisenstadt. Der Wachinger weiß über die Gesetzeslage ziemlich genau Bescheid. Er hat die Beipackzettel studiert und die Gesetze gelesen. Der Wachinger ist jetzt für zwei Monate auf Urlaub. Den anderen Monat haben sie ihm wegen guter Führung nachgelassen. Natürlich war er unschuldig. Ich glaube ihm. "Schick ihm ein SMS" schlug Georg vor. "Geht nicht" "Wieso?" "Er hat kein Handy" "Ah so". Es kam zu folgender Diskussion: "Schurl, jetzt denk mal nach. Wie heißt das Gesetz, das sich mit den Benzinern beschäftigt? Ich glaube Schiff-Gesetz oder so. Wie kommen wir zu dem Gesetz? Ich frag gleich den Wirt, oder besser ich frag die Miazl. Wieso die Miazl? Weil sie den Hofrat kennt. Sie kennt den Hofrat? Weil sie bei ihm putzt. Ah so. Also, die Miazl fragt den Hofrat, ob er ihr das Schiff-Gesetz besorgen kann. Kennst dich aus? Ja, dann brauchen wir den Wachinger nicht mehr. Und ob wir ihn brauchen, er muss uns das Gesetz erklären. Wieso? Weil er sich auskennt."
Das wird ein spannender Winter. Da kann ich gegen die Benzin-Murln ins Feld ziehen und den Seglern helfen, was ich immer gerne tue. Bleibt brav, auch in frostigen Tagen.
Wie es gewesen sein könnte: Neilich bin I mit'm "Traubensaft Bruno" im Wirtshaus gsessn und do hob I festgstellt, dass da Wein ungwöhnlich bleich und gschmacklos schmeckte, des Glas war leer. Später sich I die gegenüberliegende Waund mit strohlenden Licht bedeckt. "Du bist nach hinten umgfoin" mant Bruno trocken. Bald nacher hob I Zigarettenstummel im Mund gspiat. Bruno leidenschaftslos: "Du bist nach vuan umgfallen". Auf meine Bemerkung, dass da Wein net schmeckt und mei Hemd vuan plötzlich nass wird, erklärte mir Bruno, dass I den Mund net geöffnet und des Glas an falscher Stöll im Gesicht angsetzt hab'. Zuständ san des. Wir plauderten üba den Winzerkönig. Die Handlung is ka Hit, oba de Landschaft is schön. Recht hast. Auf die Ruster! Plötzlich hab I koide und nosse Fiaß gspiat - I hob des Glas im foischen Winkel ghalten. Auf mein Ruaf, der Boden wirkt verschwommen, schreit mei Spezi trocken, dass I durch den Boden eines leeren Glases schau. Er is scho a trockener Typ. I: "Der Bodn bewegt si!" Bruno: "Du wirst aussetrogn!" Na, so was. Da "Traubensaft Bruno" is scho wirkli a trockener Typ. Daher muaß wenigstens I immer was trinken, net vül - eh kloar. Des Gerücht sogt, dass er efta ins Schülf lochen geht, oder er zöht de ins Wasser gschlogenen Piloten mit dem Ergebnis, dass vüle net duat stehn dürfn wo´s stehn. Wie gsagt - Gerüchte. Beim Abschied mant er: "Heini, du bist a Abenteurer. Sovül erleb I net mit meiner Alten."
Wie es gewesen ist: A Abenteurer bin I sehr wohl. Wenn I mir de Leut' beobacht', sich I allerhaund. Auch Schlechtes. Dann erheb' I mei Stimm' und informier' de Wöld von da Schmach des aunständigen Verhaltens, von überhaupt und wo san ma daham.
Liebe Segler. Schifferl scho im Wasser? Erster Schlag gelungen? Bekleidungsvorschrift einghalten? Halt, halt? Net so gach. Des ghört scho gsagt! Darauf muaß I hinweisen. Mei gerechte Seel’ verlaungts. I hob in da vorigen Saison leida feststölln miassn, dass zwoa net immer, oba eftas de Nackerten, na ja, de Halbnackerten herumlaufn. So sitzen (schee brav getrennt, des klappt ja einigermaßen) de Raucher auf der Veranda im Clubhaus. Aber - stellts eich vua - do kummt doch eines schönen Tages a so a Nackerter mit blankem Oberkörper, a Mannsbild natürlich, zu uns in de Veranda - direkt auf ane unserer Clubfrauen zua. Na de hat eams glei gebn: "Ziag da sofuat was au, do herin erscheint ma net ohne (Club)leiberl, a waunst no so an schenan Körper wia a Adonis besitzt, san mia nix neigierig drauf, hast vaschtaundn?" I wass, I wass: Bauchmuskel straffen, waun Frauen in da Nähe san, und Kreiz hohl. Mochn ja alle Männer. Is ja nix Schlechts. Oba ohne Leiberl im Clubhaus? Des geht net. Des is gegen Aunstaund und Würde! Daher erheb I mei Forderung mit sehr lauter Stimm: Kane Nackerten (na ja, Halbnackerten) im Clubhaus des SCR, Leiberlpflicht für alle!
I wünsch euch a aufregende und fröhliche Segelsaison. Seid brav und lieblich. I sich und hea ois.
Ich bin ein guter Regattierer. Ich regattiere gerne. Wenn ich nicht regattiere, dann tu ich Karten spielen. Das einmal zur Klarstellung. Und ich trinke gerne einen Wein - aber keinen Spritzer, weil, das ist für mich ein Eunuch. Ein Eunuch - vastehst? Was aber nicht heißen soll, dass Weintrinker, die Spritzer trinken, Eunuchen favorisieren - vastehst? Könnt man auch umdrehen - vastehst? Schluß mit dem Schmäh und Prost an alle Segler. Sie sind meine Freunde, denn sie wissen so wie ich, was Qualität bedeutet. Und die Biertrinker? Schluß - aus!
Heuer war´s wieder sehr heiß. Daher habe ich auf längere Zeit einen Urlaub genossen. Net sog´n "unbedingt, ohne Bewährung", da werde ich sehr grantig, sehr grantig. Man hat mich eingeladen zu einer Regatta. Erst wollten sie nicht, weil´s a Angst g´habt haben, denn mein Ruf ist mir vorausgeeilt. Man kennt mich. Aber wie ich ihnen erklärt habe, dass ich sehr langsam fahren werde, haben´s zugesagt. Direkt erleichtert waren sie. Aber es kommt noch besser.
Wie ich so vor mich hin regattierte, hat mich ein Boot beim Überholen regelwidrig geschnitten. Vorn war er. Na, so was? War es ein Privater oder einer von der Regatta? Fahne war keine montiert. Jetzt bist dran, Heinerle, jetzt musst reagieren, jetzt musst Du ihnen zeigen, wohin der Bartl das Boot lenkt. Die ganze sportliche Welt blickt auf uns (ist zwar net ganz wahr - am Ufer haben´s g´wunken - klingt aber gut. Das hat mir einst ein abessinischer Schwimmreporter verraten.) Ich fuhr dem Boot nach. Als ich auf gleicher Höhe mit ihm war, warf ich mit kühnem Schwung einen Sicherungssplint in die Plicht meines Gegners. Dann drehte ich ab, das heißt ich ließ mich etwas nach Lee abfallen. Das Ergebnis war erhebend. Die Crew sah den Splint, folgerte richtig: Wenn ein Splint da liegt, muss er irgendwo heraus gefallen sein. Von wo ist er heraus gerutscht? Das Chaos brach aus. Die Mannschaft konnte mit dem Boot nur mehr die Notbremse ziehen. Ich war dahin. Später erfuhr ich, dass dieses Boot gar nicht ein Regattierer war.
Trickreich überholt zu werden gefällt mir überhaupt nicht, überholen schon. Ich segelte auf dem Neusiedler See wettfahrtmäßig vor mich hin. Plötzlich kam ein Boot und legte sich vor meinem Bug. Na ja, dachte ich. Bisserl deppert, aber was soll es. Ich plagte mich etwas beim Nachdenken und kam zu dem Entschluss, dass ich mir das nicht gefallen lassen muss. So setzte ich behutsam zu einem Manöver aus der Winddeckung an, um diesem Landei zu zeigen, wie ein guter Segler - ein Klassesegler, ein Weltklassesegler - sich aus jeder noch so hoffnungslosen Klemme befreien kann. Auf gleicher Höhe mit ihm zog ich das Handy aus der Tasche, wählte eine Nummer und sprach laut hörbar für jene neben meinem Boot: "Servas … ja, es geht mir gut …ich bin jetzt bei einer Regatta …bisserl fad heute …"
Wir sind Schlauchboot! Na endlich hamma den Radierer für die Regattierer. Hui, wird er uns Freude bereiten - aber nur im Rahmen des Erlaubten. Dass mir ja keiner spazieren fährt damit, da werde ich sehr grantig. Haben Sie schon das Schifferl im Wasser, oder ruht es noch an Land in der Halle, auf einem Bock oder im Hinterhof daheim? Tatsächlich? Ist ja gut so. Schön brav kranen und wassern. Aber - Hand aufs Herz - notwendig wäre es nicht gewesen. Wenn man so den vergangenen Winter betrachtet - net amal g´regnet hat´s genug, geschweige g´schneibt. Da hätten wir ja im Wasser bleiben können.
Aufpassen, dass das Boot nicht ins Wasser plumpst, wär´ schad um den Wimpel unter der Saling. Soll vorgekommen sein. Ich mein ja nur. Der Klobasse-Schurl hat g´sagt, auf dem Neusiedler See ist so was noch nie passiert. Na ja, wenn er es g´sagt hat. Das mit dem Klobasse-Schurl ist echt wahr und eine andere Geschichte. Vom Wurstsemmel-Karli will ich gar nicht reden. Oder vom Rollfock-Manfred, vom Winschen-Hugo, vom "Mast fällt"-Harry, vom Kardeelen-Jonny mit seiner Frau, Tampen-Luzy, die bei jedem Törn auf Grundberührung aus ist. Alle sind erfahrene Skipper. Früher waren die Zeiten anders, gemütlicher, als man den Anker noch im Heck verstaut hat.
Ich muss euch eine Geschichte erzählen, aber zuerst ein Achterl. So - Prost! Da war eine piekfeine Lady. Sie wurde von einem Kapitän zu einem kleinen Segeltörn in die Adria eingeladen. Ehrlich, der Kapitän war ein eitler Geck und sein Boot hatte eine Länge über alles von 27 Fuß. Die Lady ließ sich über die wichtigsten seemännischen Ausdrücke Schott, Kurs, Schiffe, Schiffer, Skipper, Mast, usw. informieren. Sie wollte sich nicht blamieren. Vor dem Ablegen fragte sie interessiert: "Herr Kapitän, wohin schiffen Sie heute?". War sicher net bös´ gemeint. Kann jedem passieren. Bitte, die Damen, nicht ärgern. Diese Landratte war natürlich ein Mann, ein Wiener. So, jetzt werden sich alle Wiener aufregen. Für Beschwerden, Anregungen und Kommentare verwenden Sie unsere Homepage: www.segelclub-rust.at.
Ich hab´s manchmal schwer, weil ich gerecht bin, wünsche euch eine schöne Saison und: Vertragt euch, seid brav. Ich sehe und höre alles, und wenn mir etwas nicht passt, dann erhebe ich meine Stimme.
Seitdem die mich nicht zuweg’lassen haben bei der Segelweltmeisterschaft, bin ich sauer. Nicht auf die Burschen vom Komitee, sondern allgemein. Weil’s wahr ist.
Weil ich hätte gewonnen. Ich wäre ein Held gewesen. Ich hätte die seglerische Ehre Österreichs verteidigt. Ich hätte sicher einige Achtel weniger getrunken, aber was tut man nicht alles für die Ehre. Schiach haben’s ausg’schaut, die Rennziegen. So was von schiach. Ich tät mit so was nie langsam fahren. Und raushängen muss man sich auch. Zumindest haben sich alle rausgehängt. Bis Einer umgefallen ist, dann ein Zweiter, dann ein Dritter. Na servas, wie elegant wäre ich an denen vorbei gesegelt, die nächste Tonne im Visier, das Schnürl fest in der Hand, das Auge auf die Konkurrenz gerichtet. Ich wäre durch das Ziel geschossen, bis hinauf über den Strand. Die Zuschauer hätten gejubelt, mit dem Pokal wären’s mir nachg’rennt. Ich hätte locker mit intelligenten Worten die Fragen der Reporter beantwortet. Meine Standardantwort wäre gewesen "Ich habe immer mein Bestes gegeben". So wie die Fußballer und die Schifahrer, so wie wenn ein Schifahrer die Piste runter teufelt, durch das Ziel saust, mit der Zunge auf dem Boden abschwingt. Und dann fragt ihn ein Reporter "Was haben Sie bei der ersten Kurve gedacht". Das kann einem Segler nicht passieren. Er kann vielleicht gefragt werden "Wo haben Sie den Wind verloren?". Bei der Manöverkritik kommt eh alles raus. Wir Österreicher sind Weltmeister im Rausreden. Ich nicht. Ich weiß nur eines: Ich hätte die Ehre Österreichs gerettet.
Aber die Buam vom Komitee haben mich nicht zugelassen. Vielleicht haben sie Angst gehabt oder Respekt, weil sie mich kennen. Daher habe ich mir die Weltmeisterschaft im Fernsehen angeschaut. Ist eh schöner.
Eine Fahne habe ich mir gekauft und einen Wuffi (so hat er ausgeschaut). Fernsehen ist interessant. Manchmal haben sie zu viel geredet. Und einmal ist ein Segelboot aus dem Bild gefahren. Ob sie es gefunden haben, weiß ich nicht. Bleibt brav. Ich sehe alles. Ich wünsche euch einen schönen Winter. Jetzt ist Zeit für einen Manöverschluck - provilaktisch. Eh klar.
Vor zwei Monaten saß ich gemütlich daheim und hielt ein Nickerchen. Plötzlich berührte etwas meine Schulter. Ich wachte auf und kreischte. Vor mir stand eine schwarze Gestalt mit einer Maske vor dem Gesicht - wie beim Mozart. "Heinrich, Hubert, Franz, Josef Legerwall?" stellt die dunkle Stimme fragend fest. "Jawohl". Ein dunkler Arm wies zur Tür. "Gehe hin und melde dich", befahl die Stimme. Gleich am nächsten Tag fuhr ich nach Neusiedl am See zum ÖSV. Ich erklärte meine Bereitschaft, bei der ISAF Weltmeisterschaft als Freiwilliger zu helfen - egal ob auf dem Land oder im Wasser. Schließlich fühle ich mich in einigen Disziplinen als Weltmeister. Da gebe ich gerne meine Erfahrungen weiter. Die freundlichen Leute beim ÖSV werden mich anrufen, wenn sie meine Dienste brauchen.
Der arme Nichtösterreicher Mozart kann ja nichts dafür, wenn er heuer so vermarktet wird. Wir haben jetzt im ersten Drittel 2006 schon Mozart-Würste, Mozart-Heferl, anderes Mozart-Klumpert, das mit Musik überhaupt nichts zu tun hat. Wann kommen die Mozart-Aschantinüsse, die Mozart-Verhüterli oder die Mozart-BHs? Eines wundert mich wirklich. Warum rennen die Leute nicht mit Mozart-Perücken umher. Wäre ja fesch. Dafür gefällt mir im Segelsport folgendes schon: Wir haben noch keine Mozart-Regatten, Mozart-Fahrtensegel-Events, keine Mozart-Strafbestimmungen bei Regelverstößen, keine Mozart-Cups und auch keine Mozart-Stander. 'S wird a hartes Jahr für'n Wolferl.
Bleibt lieblich und brav, ihr Seglerinnen und Segler. Ich sehe alles. Ich erhebe meine Stimme, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Ich war in Caorle, in Jesolo und auf der Insel Rab. Ich kenne die Welt.
Also, ich werde mich jetzt zurücklehnen, die Beine kreuzen, noch einen Schluck nehmen, die Arme über den Bauch kreuzen, und dann werde ich mit sonorer Stimme fragen, ob Sie das Foto im letzten Segelboten auf Seite 3 erkannt haben. Na geh', 's war doch net schwer. Das Schifferl werden's doch gesehen haben und das Segel und das Ufer. Na oisdann. Sicher hamma das Foto gedreht, weil sonst es ja zu leicht gewesen wäre. Das Bild wurde von Bord einer Peïso 22 von einem Peïso-Segler geschossen. Auf dem Neusiedler See. Ob während einer Regatta oder nicht, waß i net. Aber es hat ma gfoin.
Links unten sehen Sie, wie das Foto ursprünglich ausg'schaut hat. A bisserl grobkörnig is' scho', griaslad tät mei Mutti sagen. Griaslad hamms a de anderen Segler g'nannt. So wie a Haut vor'm Waschen. Ich hab' ein altes Schwarz-Weiß-Foto vom Dachstein daheim und vom Semmering mit dem Panhans Hotel. So flach wie der Neusiedler See sind aber die Landschaften nicht, dafür höher und lebhafter - allgemein ausgedrückt. Ich glaube, das Bild vom Dachstein war handkoloriert mit einem kleinen Strich von einem fremden Bleistift. Ich bin schon immer ein Freund der Künste gewesen, und das war damals noch Kunst. Seit meiner Kindheit habe ich einen Kennerblick für so etwas. Der letzte österreichische Kaiser, da Karl war's, hat auf der Panhans-Wiese Schi fahren gelernt, bevor er Kaiser g'worden ist. Na ja, ist schon lange her. Trotzdem a urmegageiles Bild, das Burgenländische, meiner Seel', schon von der Tiefenwirkung her. Wenn ich das länger betrachte, werde ich noch künstlerisch inspiriert.
Ich wünsche euch einen schneereichen Winter und schöne Feiertage bis zur nächsten Saison. Bleibst brav, ich sehe alles. Nun werde ich noch einen Schluck nehmen.
Neulich, vorigen Herbst, war ich spazieren. No, wie man halt zwei Füß vor sich schiebt, steh ich am Neusiedler See. Der Wasserstand war mies, die anderen hab'n 's a gmerkt, mir hat aber niemand was g'sagt. Ich stand auf einer schmalen Landrinne. Links war Gatsch, rechts war Gatsch. Aber die Sonne hat g'scheint, also eigentlich a sehr gemütlicher Tag, und ich habe krampfhaft den Wunsch unterdrückt, an ein gepflegtes Achterl zu denken. Ganz ist es mir nicht geglückt, und ich finde das nicht schade. Zu meiner Rechten und zu meiner Linken Gatsch. Und Schilf. Viel Schilf, aufgelockert in kleinen Inselchen.
Ich war gut aufgelegt. Eigentlich, sagte ich zu mir, könntest du etwas pfeifen. Gesagt, getan. Ich pfiff eine kleine Melodie aus vergangenen Zeiten. Plötzlich hörte ich, wie dieselbe Melodie aus dem Schilf erklang - so wie a Echo. Ich sah mich um. Kein Mensch weit und breit. Ich pfiff den Refrain zu dieser Melodie. Einige Sekunden später wurde zurückgepfiffen. Ich rief "Hallo, ist da jemand?". Retour kam der Ruf "Hallo, ist da jemand?" Ich rief "Juhu", sofort kam das "Juhu" retour. Nochmals erhob ich meine Stimme und setzte zu einem sehr komplizierten Jodler an. Das unsichtbare Echo wiederholte den Jodler fehlerfrei. Fix, wer war das? Wer hielt sich im Schilf versteckt? Ich ließ ein sehr böses "He - kumm aussi" Richtung Schilfinselchen sausen. Die Antwort schallte mir sehr böse entgegen "He - kumm aussi". Still und lautlos blickte ich mich um, meine Augen zersägten das Schilf - nichts. Ja, bin ich denn ganz damisch. Still und lautlos eilte ich die Landrinne entlang nach Hause. Jetzt a Achterl oder mehrere. Gibt's Trolle hier am See?
Eine Woche später, wieder ein schöner Tag. Ich war gut gelaunt und nahm ein Boot mit Elektromotor. Ein Mann und ein Boot. Gibt's was Edleres - allgemein gesprochen! Ich ließ mich eine Weile von den Wellen treiben, dann steuerte ich den Schilfgürtel an. Und wie es der Zufall will, erblickte ich mein Schilfinselchen. Warm war's. Gut für ein Nickerchen. Als ich aufwachte, musste ich sogleich an das Erlebnis von voriger Woche denken. So setzte ich zu einer kurzen Melodie an. Die unsichtbare Stimme sang mit. Mein nochmaliger Versuch mit dem Refrain wurde eine Terz tiefer beantwortet. A klane Terz - schrecklich. Leise rief ich "Hallo!", leise kam die Antwort "Hallo!". Verzweifelt trällerte ich "Das Wandern ist des Müllers Lust". Die Antwort kam "Das muss ein schlechter Müller sein". Ich schrie "Spitzbua" und "He - kumm aussi!". Nach einer Pause der Erschöpfung versuchte ich es mit einigen harten Rufen aus tiefster Seele. Ich stand aufrecht im Boot mit Elektromotor, beide Hände als Trichter an meinen Ohren in bebender Lauschstellung.
Da teilte sich das Schilf. Er blickte mich verächtlich an. "Jetzt ist der Narrische schon wieder da!".
Na, servas, des war a Summa. Na, servas, net so arg wie voriges Jahr. Net so heiß, aber a net zu kalt. Also eine Art Zwitter von an Sommer, wenn mich wer versteht. Aber des tun halt die Wenigsten, wenn ich mich so ausdrücken darf. Die Meisten haben es halt sehr eilig, und dann stessn's die Wenigsten vielleicht a Wengerl um - oder was. Ka Ruh und Maß gibt es so wie früher. Ich muss ja nicht gleich auf Kaisers Zeiten eingehen, na, des meine ich nicht. Ich will auch nicht politisieren. Das machen sowieso schon viel zu Viele. Die kommen alle aus der Gruppe der Meisten. Na ja, ich bin ein anspruchsloser Mensch, zufrieden und gutmütig - eine Seele von einem Mann. Neulich schau ich durch meinen "Zuwizarer" - die Norddeutschen darfst net fragen, was das ist. Is eaner schwer zu erklär'n, obwohl ich es oft versucht habe. So ist die Welt, ich könnt auch niemals Norddeutsch verstehen, eine schöne Sprache, habe ich gehört, und schwer zu lernen. Da ist mir ein Vierterl Wein lieber. Wann's so runterrinnt den Hals, mit einem Nachgeschmack. Barik mag i net, is mir zu hölzern. Mir muss die Traube schmecken. Das tut sie auch, hier in Rust.
Also, wie ich aus der Ferne die SCR'ler sehe, wie's hackeln, kommt mir als erstes in den Sinn, dass alle überall in Abkürzungen reden, in Codes, in Abbreviationen - oder was. Net, dass ich es kritisiere, aber ich finde es arm. Arm an kraftvollem Ausdruck. Drei Buchstaben ersetzen ein Hauptwort, und das soll modern sein? Da gehst aber weg. Ich jedoch weiß schon wer gemeint ist. Das sind meine Freunde, die Gelbkragenschiffer. Siehst, das versteh ich. Sie schiffern auf Schiffen, die was man hierzulande Boote nennt. Und einen gelben Kragen tragen's beim Segeln. Ganz einfach.
Ich hab' sie gesehen, wie sie g'hackelt haben. Oft sehr schwer, in praller Sonne oder auf'd Nacht. Ein Clubhaus wird errichtet, löblicher Gedanke. A so ein Häusl zu bauen erfordert Mut und Anstand, denk ich mir. Ich nähere mich ihnen vorsichtig, weil ich möchte nicht auf ein Werkzeug treten. Wir unterhalten uns kurz, und ich streue einige Fachvokabeln in die Konversation, so dass sie nicht glauben müssen, bei meinen Bemerkungen handle es sich um Aussagen eines "Vollkoffers". Wir verstanden uns sofort. Man redet so und tauscht Meinungen aus. Mir hat das sehr gut g'fallen. Hier wird ein Ziel umgesetzt. Man ist sich auch der Umwelt bewusst, und besonders will man etwas für die Gemeinschaft machen.
Sie sind in Ordnung und gar nicht so schlecht, wie einige Meckerer meinen. Bier haben sie mir keines gegeben, aber ich verzeihe ihnen.
Na, so was! Da haben doch wieder viele Segler bei der Ehrung der besten burgenländischen Segler aus dem Vorjahr gefehlt, obwohl sie schriftlich eingeladen wurden. I sag ja nix, wenn's verhindert sind, weil's woanders Segeln waren. Ist ja klar, dass dann net kommen konnten. Des tät' ich auch entschuldigen. Es geht ja um den Segelsport. Aber so mir nix dir nix fernbleiben von der Ehrung und net einmal eine Abmeldung, das finde i net fein. Da kommt mir die Gurgel hoch. Dabei ham's alle a Antwortkarten bekommen für den Fall der Verhinderung. Des Kart'l hättn's ja nur ins Postkast'l reinwerfen brauchen (für manche vielleicht a zu schwere Hack'n). A Medäu is a Medäu. Haben sie sich auch redlich verdient. Aber so mir nix dir nix - ach so, des hab' ich schon gesagt. Gratuliere denjenigen, die dort waren, nochmals recht herzlich im Nachhinein. Fesch warns, die Buam und die Madln. Und das Buffet nach der Ehrung war wieder dulli. Fachgesimpelt ist dabei worden, da habe ich mich aber anstrengen müssen. Einige meiner Beiträge waren gut, ich konnte wieder einiges lernen.
Na, so was, auch woanders! Bei der Generalversammlung des ÖSV in Villach, so höre ich, war da wieder ein kleiner Kelch. Die Veranstaltung an und für sich ging ja schön flott vor sich hin. Jetzt ham's endlich die neuen Statuten hingekriegt. Bravo! War ja Zeit nach drei Jahren. Abgesehen davon war die Anzahl der zu ehrenden Segler 2003 schon größer. Natürlich haben etliche gefehlt, jedoch waren sie wirklich entschuldigt. Respekt, was da so für den Österreichischen Segelsport vom ÖSV umgesetzt wird. A feine Sache. Trotzdem wäre mir auch dort lautstark die Galle hochgegangen. Ja will denn das nicht endlich ein Ende nehmen. Die Madln vom ÖSV-Büro arbeiten im Hintergrund, dass alles ohne Probleme abläuft, und was ist der Dank? Tadel über mangelhafte und schlechte Leistungen. Kritik ist gut, wenn sie sachlich ist. Aber Meckern - wo bleibt die Seemannschaft auf dem Lande?
Na so was, endlich was Positives! Im Club wird a Häusel baut. Ich meine das Clubhaus aus Holz für den SCR. Jedes Mitglied wird mithelfen, auch ich werde zur Verfügung stehen, wenn ihr meinen Rat und meine Hilfe braucht. Also, keiner wird sich drücken. Weil, das Ziel ist die Errichtung, und der Weg dorthin führt über den Werkzeugeinsatz - sage ich. Schaufeln, Sägen, Hämmern, Streichen, das wollen wir heuer tun. Neben dem Segeln, das was ja unsere Hauptfreude am See ist. Mit den Verantwortlichen für den See habe ich gesprochen, s'Wasser kommt schon. Oisdann, gemmas an!
Keine Streitereien. Bleibt brav, ich sehe und höre alles.
Drei Boote stehen noch im Gatsch. Wenn die nicht bald verschwinden, gibt's Zores. Heuer im Sommer habe ich wie die Anderen fuchsteufelfest geschwitzt, nicht nur, weil mir heiß war, sondern weil es den Blumen schlecht gegangen ist. Ich habe mich über diverse G'schicht'ln einige Mal gefreut und oft recht fest geärgert. Man hat es wahrlich nicht leicht im Leben, und fast immer trifft es den, der am wenigsten was dafür kann. Warum können d'Leut' nicht lieb sein, so wie ich? Bei dem Wetter, na bitte. Oisdann, eine kleine Auswahl will ich euch nicht vorenthalten, das war a so.
Der Segelclub Rust, eine mir sehr sympathische, fröhliche und freundliche Seglergemeinschaft, hat heuer sein 10jähriges Bestandsjubiläum gefeiert. An und für sich a schöne Sache, und angekommen ist das Fest gewaltig gut bei den Mitgliedern und Gästen. Ich war auch dort und hab' sogar teilweise mitgetanzt, a Gaudi, weil ich nämlich ein guter Tänzer bin! Wia ma dort bei der Bar g'standen sind in der Fruah, hat der B'soffene uns in ana Tour beschimpft. Direkt gemein und ausfällig is' er g'wurn. I tritt näher, um besser zu hören, hear' I, dass der B'soffene über den Verein herziagt, unter der Gürtellinie. An und für sich habe ich nichts gegen Besoffene. Jeder soll wie er will, sage ich immer, und a Achterl in Ehren schadet nie. Aber was der Kerl sich dort vor Zeugen geleistet hat, verärgerte meine Gerechtigkeitsseele schon. Da hätte ich losbrüllen können. Gute Freunde haben mich zurückhalten müssen, denn ich kenne mich, wenn ich mich aufrege, dann gibt's Brös'ln. Gute Freunde haben mit geholfen. Macht weiter so, Buam und Madln, ich bin stolz auf euch und auf eure Leistungen für den Verein.
Da legt ein Segler im Westen seinem Sohn den Arm auf die Schulter, und philosophiert ihm rein, was es so Schlechtes auf'm Neusiedler See beim Regattieren geben kann. Und dass er das natürlich journalistisch in einer Segelzeitschrift verlautbart hat. Kein Teilnehmer ist verpflichtet zu einem Protest, aber es gibt - meine ich - Einsprüche, die man anbringen muss, wenn einem was stinkt bei einer Regatta. Das ist nicht geschehen. Er hätte auch seinem Sohn die Hand auf die Schulter legen können "Bua, ich habe mich nicht getraut, Schreiben ist leichter." Armer Segler, bleib mit dieser Meinung im Westen.
Mir verschlägt es die Stimme. Mei Gurg'l, mei Gurg'l. Jetzt hab' ich gewaltig an Durscht. Is' ja wurscht, siacht ja eh kaner.
Oisdann, um es gleich zu Beginn klarzustellen: es gibt nur aan Heinrich Legerwall, väterlicherseits van Ruessel, mütterlicherseits aus dem Waldviertel, und des bin I. Mit anderen Worten, ein guter Kerl mit dem Herzen auf dem rechten Fleck. Alle, die einen ähnlichen Namen tragen (I waß net ob’s a wirklich so haßen) seien von mir gegrüßt. Mi gibt’s nur amoi auf der Welt. Ich trage einen großen Namen. Des macht mi stoiz und gesellig.
Ihr habt’s g’schlafen über’n Winter, recht so. De Schifferl schwimmen a scho munter rum. Des wird a Hetz, bei dem Regattaangebot. Und daß ma kaner den Burgenland-Cup versäumt. Und daß ma kaner sich schleichen tut, um den SCR-Cup zu kämpfen - bis zum letzten Zantimeta. Des tät mi grantig werden lassen.
So, jetzt geh' ich auf ein Bier. Ein Stück geistiger Schwerarbeit liegt hinter mir. Bleibts brav und segelts fleißig. Möglichkeiten gibt es genug. Ich seh' und hör’ alles! I bin ja net nachtragend und von edlem und bravem Gemüte. Die Saison hat ja erst angefangen. Bei mir gehen viele von euren Taten unter den Teppich. Wohlmeinend sehe ich über viele Fehler hinweg. Jedoch manchmal packts mi. Dann schlag i mit dem Knüppel recht kräftig auf den Teppich. So wie der Kasperl beim Krokodil. Nein, des war ja nur ein Scherz. Bitte, so gemein bin ich wieder nicht.
I mog euch, ihr Gelbkragenschiffer. Des Wort könnt’ von mir sein, is aber von an Spezi, wirklich. Sag’s Du, hat er mir g’sagt. Aber I hab net so richtig wollen. So hamma des Wort "Blaubauch" net verwendet. Mei Spezi hat mir g’sagt, daß ich niemanden sagen darf, daß das Wort "Gelbkragenschiffer" von ihm kommt. Somit sag’ ich das auch niemals nicht weiter. Es geht um euer Leiberl, liebe SCR-Mitglieder. Die mit dem putzigen Emblem. Siehst, bei einigen Gelbkragenschiffern und Gelbkragenschifferinnen, könnte man das Wort "Blaubauch" zusätzlich verwenden, zwecks der Unterscheidung. Wurscht is’, mir tut es gefallen, weil es ein einheitliches Bild vom Club zeigt. - Jessas, mein Bier wartet.
So, d'Schifferl sind weg, in der Halle oder auf einem anderen Platz, bereit zum Überwintern. Seglerinnen und Segler beschäftigen sich mit der nächsten Saison. Der See ist fast leer. Seine Oberfläche glänzt. Nur der Wasserstand macht uns Sorgen. Berechtigt oder nicht, diese Frage hat eine Menge Staub und Schlamm aufgewirbelt. Noch immer höre ich Leute, die da meinen, daß man mit dem Einser-Kanal den Wasserstand regulieren kann. Mal a bisserl eini mal ein bisserl aussi. Das heißt, wenn du die Schleuse aufmachst, pritschelt's im Steppensee. Welch ein Irrtum. Seit dem 1. März 2002 ist die Schleuse geschlossen. Also kann niemand am Radl draht hamm. Na, und die Ungarn, ich höre öfters, daß sie sich unser Wasser klauen. A so a Bledsinn. In der Nacht und bei Nebel solln's vielleicht gar mit Küberl über die Grenze kommen. A so a Schmarr'n. Aber wenn i mit de Leut red, hör' i manchmal so an Holler, gewissermaßen.
Leute, am niedrigen Wasserstand ist net der Anser-Kanäu Schuld und auf kan Fall san's de Ungarn. Schuld ist ... aber was soll's. Man muß das auf lange Frist betrachten. Wann's net schneibt im Winter und net regnet im Frühjahr, aber anständig, dann haben wir seglerisch den Scherm auf. Gewiß wird der Fremdenverkehr leiden. Erinnert euch an das 90er Jahr oder an das 95er Jahr oder an das Jahr 1865, na ja, an 1865 werdet ihr euch schwer erinnern können, da war der See total trocken. Also Trost, lieber Segelfreund, vergiß die Wulka. Wenn's nix wird im nächsten Jahr mit den 60 Zentimeter mehr, die wir uns wünschen, na ja, dann dürften sich die Besitzer großer Schüssel an Bord im Hafen mit an Vierterl zuprosten, weil ohne Grundeln wird's ka Gleiten geben. Dann könnt ihr auf dem Neusiedler See vielleicht mit Modellsegelbooten regattieren. Ich persönlich finde diesen Sport aufregend und faszinierend. Die Modelle sind den großen Booten nachgebaut. Fernsteuerung rein und richtiges Segeln ist möglich, wie bei den Großen - a Wahnsinn. Da kannst zeigen, ob du a guter Taktiker bist. Warum waß i so wenig über Modellsegeln?
Bleibts brav und achtet mir die Natur. I wünsche euch viel Freud und an friedlichen Winter mit viel Schnee und an feuchten Frühling. Ich weiß nicht, aber beim Denken wird mir immer die Kehle trocken. Ich seh' und höre alles, wenn's notwendig ist, sag ich's dir schon.
Jetzt kummt a neuer Sport zu uns von de Amerikaner. "Kitesurfnen" oder so ähnlich nennen de des. A so a Bledsinn. Auf an langen Schnürl (oder san's zwa) wird a Wellenreiter über den Neusiedler See gezogen. Der See selbst wird sich eh schämen. Aber er kann ja nix dafür. Manche Menschen san schon deppert, lassen sich ziehen, über eaner fliegt ein Ballon, der sie zaht. Wohin? Anscheinend wissen's des selbst net. Weil wann's es erkennen, des Malheur, fallen's ins Wasser.
Das soll ja harmlos sein. Aber was ist mit dem Schnürl, das am Ballon hängt? Was ist mit dem Ballon? Bitte schön, eigentlich ist es ein Drache, so wie wir ihn uns in der Nachkriegszeit als Buam bastelt haben. Wenn der Drache im Wasser liegt und da Mon (so sagt der Kärntner) schwimmt 30 Meter daneben, und a Schiff dasteßt sich über des Schnürl? Oder der Drache kommt runter und des Schnürl wickelt sich um den Mast eines Seglers, oder es würgt den Skipper? Kann schon vorkommen. Nicht alle Kitesurfer san Weltmeister. Wia de Narrischen hupfen's mit dem Schnürl über's Wasser. Wenn in einer Bucht oder draußen auf dem See Segler, Surfer, Motorboote, Elektroboote, Menschen oder Hunde auf Luftmatratzen mit Kitesurfern z'sammsteß'n, gibt's an Kelch. Daher sag ich beinhart "trennen".
Jetzt gibt es - hab i g'hört - einen Landessegelverband, der sich gegen diese Übergriffe querlegen wird. Ich habe ja nichts gegen Sport, der gesund ist. I hab a nix gegen die, wia haßn's denn schnell - a ja - Kitesurfer. Wanns guat san und kane Anfänger. Wehret den Anfängern. Und wann's an Platz bekommen, wo's kitesurfan können, soviel sie wollen, bitte, I hab' nix dagegen - ist ja eigentlich a fescher Sport.
Bleibt's brav, ich seh' alles. Heiß ist's heute. Jetzt genehmige ich mir ein Bier. I wünsche euch a schöne Saison.
Also, heuer hat’s mir g’schmeckt im Campingrestaurant. Ich war oft dort und kann nicht klagen. Wia i den anderen Leuten beim Essen so zuschau, habe ich viele lobende Worte gehört, von Muttis auch an ihre Kids. Na, endlich, ich glaube, mit dem Pächter, der auch als Koch persönlich in der Küche steht, hat der Platz an guten Anfang und an Fisch hat er - köstlich und hervorragend. Und die Menues waren preiswert und Spitze. Nächste Saison geht’s weiter. Ich werde am ersten Tag persönlich anwesend sein.
Da Euro kummt und mit ihm kummt a neue Ära. Mein Freund, der Kuhtreiber Alois, hat g’sagt, das ist ganz einfach. Wannst vom Schilling auf den Euro umrechnen willst, dann dividierst den Schilling mit 13,7603 und umgekehrt multiplizierst den Euro mit 13,7603, wannst die Schilling wissen willst. A schiache Zahl, eh klar, aber g’lernt is g’lernt. Wann der Euro kommt, wird vieles teurer. Das stimmt schon, nur Schuld ist nicht der Euro, sondern wir mit unseren Preisen. Das Aluminiumzehnerl wird mir aber trotzdem abgehen - generell. Und wenn wir den Euro kapieren, werden wir ihn wieder umtauschen gegen den "Schlumpfplintschi", das ist der Achteckige mit dem Loch in der Mitte. Unmöglich? - alles ist möglich bei uns in Bagdad.
Lustig wird’s nächstes Jahr mit dem Wechselgeld, wenn die Segler in der Plicht größere Säcke mit Euro-Münzen verstaut haben. De wern’s schon brauchen, wäu des Alu-Zehnerl gibt’s nicht mehr. Ich richte meine Worte an die Zeitungsleser am Sonntag. Ruhig bist, dort hinten, jo! Di man i. Ehrlich währt am längsten, wann i’s net selber gesehen hätt, sapperlot. Ich lese jeden Tag drei Zeitungen, die meisten von der vorigen Wochen. Weil man muß ja informiert sein.
Aber sonst ward ihr fleißig. Die Schifferl san weg, die Viecher san weg, naja, der Winter is da und ihr seid daham, wo’s warm ist und gemütlich - und inzwischen verfault der alte Liegesteg auf dem Campingplatz.
So, jetzt hab' ich mir a Vierterl verdient. Ein Stück geistiger Schwerarbeit liegt hinter mir. I wünsch euch von Herzen an Frieden. Bleibts brav. Ich seh' und hör' alles!
Im südöstlichen Eck des Campingplatzes wurde neu parzelliert. Abgesehen davon, daß einige Wohnmobile schlampig dort hingeschmissen wurden, bedaure ich, daß ich dort nicht mehr Blumen pflücken kann. Was aus so einem schönen Platz werden kann. freut mich. An Maßstab zur Ausrichtung hams aber a no nie gesehen. Sparen tun's vom Campingplatz beim Beton. Die Querrinnen zur Straße sind schon eingebrochen. Wenn es regnet, wird's sicher a Gatscheck'n.
Der neue Pächter, Koch und Chef in der Küche des Campingrestaurants, hat nun endlich den Geschmack der Leute gefunden. Was für ein Graus war das früher, als man manchmal wenig mit nichts angeboten erhielt. Kein Wunder, daß die Leute den Ort mieden. Alsdann, die Fische sind hervorragend, nur der Wein schmeckt mir nicht. Blümchen könnten's schon auf die Tische stellen. Lieb sind die Damen!
Wo san die Bam, die Freunde der Blumen? Abgeschnitten ham's die schönen Kronen. Vielleicht, weil's a Angst g'habt ham, daß erna de Sun des Hirn net genug grillt. Und jetzt schwitzen's. A Wahnsinn! Weiß schon - die Wurzeln und der Pappelschnee im Juni. Trotzdem bin ich für jedes Grün. Grün rein, grau raus, hat meine Mutti auch gesagt.
Der Segelclub auf dem Platz. Ich sehe immer nur zehn Leute, die etwas tun. Hat der Verein nur zehn Mitglieder? Oder glaubt man wirklich, zehn Depperte hackeln für alle. Zwickts mi'.
Ich freu' mich schon auf das Frühlingsfest, das heuer wieder auf dem Campingplatz stattfindet. Das Fest im vorigen Jahr war der einzige Sonnenschein auf dem Campingplatz, der punkto Unterhaltung manchmal einer Totenhalle gleicht. So viel Leute waren da, sogar aus dem Ausland. Die Ruster sind auch gekommen. Es freut mich, daß die Einheimischen wissen, wo man gut und gerne feiert. Zusammenhalten miaßts halt mehr, ihr Leut' vom Club. Helfts den Hacklern, und gehts zum Fest! I vasteh net, warum i das betonen muß - aber bitte.
So, jetzt geh' ich auf a Vierterl. Ein Stück geistiger Schwerarbeit liegt hinter mir. Bleibts brav und segelts fest Ich seh' und höre alles!
... es war im Wonnemonat Mai. |
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Das Ziel ist Melk, Nostalgie ist das Motto. |
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"Wir haben ein Problem zu klären," |
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In Korneuburg wird zur ersten Wende angesetzt |
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In St. Pölten, nach einer weiteren Wende, |
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Die Ausstellung im Stift, sie war ein Erlebnis! |
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Vor Jahren, so hab ich vernommen |
Als ich dann kam im letzten Jahr |
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Doch denk ich, das war nur der Start |
Wer hilft, wenn Not am Manne ist |
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Wer baut beim Feste auf und ab, |
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Wer macht die Arbeit im Verein, |
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Wer macht sich an der Theke breit, |
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Dabei könnte vieles leichter gehen, |
Unser Redaktionsteam hatte im Sommer 1999 eine sehr interessante Begegnung mit einem Wesen, das sicher der Spezies Homo Erectus angehört, jedoch mit seiner "urgeilen" und "megacoolen" Lautsprache der soeben geäußerten Meinung oft diametral widerspricht.
Heini Legerwall ist sein Name. Seine Gestalt ähnelt der Küste an der Leeseite eines Schiffes. Gerät man bei auflandigem Wind ihm zu nahe, kann man sich nicht mehr freikreuzen. Dann besteht die Gefahr einer Strandung. Er kommt von hinnen, wie er uns mit tiefer Stimme erklärt, und geht weiter nach dannen. 1999 war er zum erstenmal in Rust, und weil es ihm in der Freistadt so gut gefiel, beschloß er, zu bleiben. Der Campingplatz ist sein Lieblingsort.
Heini Legerwall ist ein sehr friedvoller Mensch, wenn alles in Ordnung ist. Dann genießt er die Natur, riecht an den Blumen, streicht sich den langen Bart, und seine Augen strahlen voll Fröhlichkeit. Wenn aber einmal etwas nicht so ist, wie es sein soll, wenn er etwas Fehlerhaftes oder Unrichtiges entdeckt, dann erhebt Heini Legerwall Finger und Stimme zur kritischen Meinung, und die Stimme ist sehr hart, eindrucksvoll hart. Seine Sprüche sind kurz und pointiert. Heini Legerwall sieht alles und sagt alles.
Wir haben ihn gebeten, seine Meinung in jeder Ausgabe des "Segelboten" frei zu äußern, jedoch die Gürtellinie zu beachten.
Danke Heini!