Auf der Suche nach einer wassernahen Veranstaltung im Herbst und geeignet für alle interessierten Mitglieder, wurde heuer wieder ein Haupttreffer gelandet. Die Idee, mit einem Donauschiff nach Hainburg zu fahren und den Shuttle zum Schloß-Hof zu benützen, wurde für 42 Mitglieder und Freunde unseres Segelclubs am Sonntag zu einem wirklichen Erlebnis. Die DDSG Blue Danube machte es möglich. Sie stellte dafür, wie schon seit Jahren, die „MS Admiral Tegetthoff" zur Verfügung und schippert bis zu 250 Gäste, pro Fahrt, nach Hainburg. Bei schönem Herbstwetter und ausgesuchter Kulinarik erlebten wir die Donau und die Fahrt durch die Stopfenreuther-Au am linken Donauufer, dort wo die eigentliche Geburtsstunde der politisch tätigen Grünen eingeläutet wurde und ein Bundeskanzler sein persönliches Waterloo erleben musste. Der Besuch des ehemaligen Sommerschlosses von Maria Theresia, welches der listige und schlachtenerprobte Prinz Eugen an der March erbauen ließ - wo hatte der Savoyer das viele Geld her oder durfte er nur den Bauherrn „spielen" - ist immer und zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Nachdem wir keine Antwort auf die Frage nach der Bonität des Prinzen gefunden haben, widmeten wir uns dem Besuch der Schaubuden und probierten die dargebotenen Gschmankerln. Ich konnte mich bei einem Rundgang davon überzeugen, dass es den Kamelen des verstorbenen Bundespräsidenten Klestil gut geht und der Nachwuchs prächtig gedeiht. Leider habe ich die wunderschönen weißen Araberpferde nicht gesehen. Die werden doch nicht, nein das kann nicht sein, die Pferde waren doch eine königliche Zugabe zu den Kamelen und wer isst heute noch einen Pferdeleberkäs von Pferden, die schon von Geburt an mit Medikamenten gesund gehalten werden ...? Auch den Riesenhendeln, den Vierhornziegen, den weißen Eseln, den Alpacas und der kleinen ungarischen Schafherde geht es den Umständen entsprechend gut. Dafür sorgt ein pensionierter Zoodirektor aus Salzburg, der mit der Erhaltung seltener und ehemaliger Haustierrassen aus monarchischen Zeiten eine bedeutende Aufgabe für das Schloß gefunden hat und sich hier selbst ein Denkmal setzten konnte. Die Exoten stammen nicht aus dieser Zeit. Obwohl die Habsburger Prinzen immer schon große Weltreisende waren, sind die Tiere am Habsburger Hof nicht üblich gewesen und konnten nur in Tiergärten und in Zirkussen bestaunt werden. Hier in Schloß-Hof leben alle Tiere friedlich nebeneinander und freuen sich über uns Besucher. Aber Achtung: Bitte das Fütterungsverbot beachten und den Kamelen heimlich keine großen Äpfel anbieten. Sie wissen nicht, wie man diese Leckerbissen klein bekommt und drehen den Apfel mit der Zunge so lange im Maul herum, bis sie erstickungsähnlich Anfälle bekommen. Mit den Äpfeln tun sich die Pferde leichter. Sie haben ja auch das größere Maul, und mehr Erfahrung. Nach dem Rundgang im Schlosspark geht es in den Schlosshof von Schloß-Hof. Eine kleine Brassband bringt ein wenig Weihnachtsstimmung und der Hof füllt sich mit Musikliebhabern. Warum die Band gerade in dem Augenblick, wo die Leute beginnen zusammen zu rücken, zu spielen aufhört, ist nicht ganz nachvollziehbar. Aber schön war das Dargebotene trotzdem. Angeblich ist es am schönsten, wenn am Abend alle Kerzen und Feuer brennen, das Schloß von innen beleuchtet wird und einem der Maroni- und Apfelduft, vermischt mit den verführerischen Gerüchen diverser Punschkreationen, in die Nase steigt. Aber das ist eine andere Geschichte. Auf uns wartet die „Tegetthoff" und will uns wieder nach Wien zurückbringen. Schweren Herzens nehmen wir Abschied von diesem geschichtsträchtigen Schloß. Pünktlich wie ein Linienschiff legt die Tegetthoff in Hainburg ab und nimmt Kurs auf die Bundeshauptstadt. Mit Essen, Trinken und Lifemusik geht es die Donau bergauf und mit Vollgas in die Schleusenkammer vom Donaukraftwerk Freudenau. Beunruhigend war der Umstand, dass kein Steuermann im Steuerhaus anwesend war. Wer steuert eigentlich das Schiff in die Kammer? Der Weihnachtsmann saß auch nicht in seinem beleuchteten Schlitten vor dem Steuerhaus. Wo ist denn der wieder hin gegangen? Wie von Geisterhand gelenkt, fährt die Tegetthoff vor das Gebäude der DDSG. Im Licht der Reichsbrücke sehen wir plötzlich den Steuermann. Er steht, umringt von Gästen die es ganz genau sehen wollten, vor einem Mini-Steuerstand auf der Backbordseite und steuert mit lässigen Fingerbewegungen das Schiff an die Pier. Ende gut, alles gut. Applaus. Einen Sonderapplaus für die Ideenbringer Friedl und Willy, ein Dankeschön an alle Teilnehmer und ein dreifaches Hurra der Organisatorin. Klaus D. Prtak |