Nachdem der Winter doch noch vor der Frühlingssonne kapitulierte
und die Kälte sich in den hohen Norden zurückzog konnten die Boote von ihren Winterplanen befreit und für die Segelsaison fit gemacht werden. In vielen Vereinen steht das Ansegeln auf dem Programm und fast alle Vereine haben das erste Segelereignis des Jahres auf den 27. April gelegt. Die Gefahr eines Massenstarts mit hunderten Booten und einer nicht mehr ausreichenden Wasserfläche war trotzdem nicht gegeben. Der See hätte das verkraftet, auch wenn der Wind mitgespielt hätte.
Willy Bisek begrüßte, in Vertretung von Norbert Droesler, der mit seiner Schulklasse auf dem Weg nach Irland war, etwa 40 Mitglieder und Gäste. Er verwies auf den unerwartet kräftigen Wind und Hans Steiner auf seine Verantwortung als Wettfahrtleiter. Demzufolge entfällt die Geschwaderfahrt wegen Starkwind. Eine weise Entscheidung.
Von einem gemütlichen 3er plus waren die Verhältnisse weit entfern. Zum geplanten Start unserer Mitglieder wehte es mit 5 Bft, in Böen 7 und mehr im Südhafen. Die Fallen schlugen in einer immer lauter werdenden Lautstärke gegen die Masten und der Südwind drückte das Wasser in den Hafen. Christian Wimmer, der am Vortag im Clubhaus einen gut besuchten Vortrag unter dem Motto „Sicher schneller Segeln“ hielt, bot eine Fortsetzung an, die er „Virtuelle und taktische Segelmanöver“ nannte. Sehr geschickt nahm er die taktischen Überlegungen der Zuhörer in seine Argumentation auf. So manche überlieferte Meinung blieb da auf der Strecke und um einiges reicher an Wissen über die so wichtige Taktik an der Startlinie sehen die Regattasegler dem ersten Regattastart im Mai mit einem gewissen Kribbeln entgegen. Ob sie die Ruhe haben und auch alle guten Ratschläge zum richtigen Zeitpunkt umsetzen werden, wird die Zukunft zeigen. Es kann spannend werden.
Auf der Autofahrt nach Illmitz zeigte der See ein einheitliches Bild. Auch in den anderen Vereinen wurde das Ansegeln abgesagt. Kein Segelboot verließ den Hafen. Die Sturmwarnungen blinkten rund um den See in der richtigen Frequenz mit 40 Blitzen in der Minute. Genau das richtige Wetter für Kite-Surfer. In Podersdorf kamen die zum Surfworldcup angereisten Besucher voll auf ihre Rechnung. Und in Neusiedl sprangen, vor der fast menschleeren Terrasse der MOLE West, mutige Kiter bis zu 20m in die Luft. Der Südwind führte zu einem ungewöhnlich hohen Wasserstand an der Mole und überschwemmte (wieder einmal) die Straße zum Restaurant.
Jedem das Seine.
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